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Sunday, 18 October 2015

Geht nicht gibt es nicht

"Sport ist Mord, Teamsport ist Massenmord, Volkssport ist Völkermord und Völkermord laut Genfer Konventionen verboten" So meine Einstellung zum Sport bis Januar 2010. Damals habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet.
Zwei Monate später fand man mich fast regelmäßig bei Gruppenfitnesskursen von Les Mills, die einfach wirkten. Body Pump? Das kann ich bestimmt nicht, das ist schwer, ich weiß nicht einmal, was genau ich für den Kurs alles brauche. Gemeinsam mit einer Freundin trauten wir uns fast ein Jahr später tatsächlich in eine Body Pump - Stunde. Und es war gar nicht so schwer. Der Muskelkater war grausam, aber alles in allem war es eine gute Erfahrung. 
Dann, in einer Body Combat - Stunde, sagte unser Trainer, dass wir die Knie zumindest ein paar Wiederholungen lang vom Boden nehmen sollen. "Das kann ich nicht" dachte ich und versuchte es erst Monate später, um herauszufinden, dass das eigentlich gar nicht so schwer ist. 
Beim Thaiboxen etwas später sollten wir 5min am Stück Seil springen. "Kann ich nicht" dachte ich und redete mich raus, indem ich auf das Seil trat oder sagte, mein Knöchel täte weh. Und hinterher dachte ich mir: "Was machst du da eigentlich? Warum sabotierst du dich selbst?"

Der eigentliche Durchbruch kam erst nach meinem Wechsel zum MMA: unser Trainer ließ uns am Ende des Grundkurses 100 Burpees machen. "WAS?!?" dachte ich. Aber ich wollte vor meinen rein männlichen Trainingspartnern (und einem Jungen, den ich seinerzeit sehr interessant fand) keine Schwäche zeigen. Also atmete ich tief ein und konzentrierte mich auf die nächste Wiederholung. Als es schwerer wurde, sagte ich mir, dass ich ein bestimmtes Intervall (z.B. 4 Wiederholungen) absolviere, dann kurz Luft hole und danach wieder dasselbe, bis ich das Intervall wieder verkleinern muss. Ich war die Zweitschnellste. 
Danach begann ich, mehr und mehr Herausforderungen anzunehmen und ging gerne in Stunden, in denen mir meine Grenzen entgegen traten. GRIT Plyo wurde meine liebste Stunde. Hatte ich zwei Jahre zuvor noch Probleme, Liegestütze ohne die Knie auf dem Boden zu machen, machte ich mit einem Mal Liegestütze bei denen ich in die Hände klatschte oder mich mit allen vieren vom Boden abdrückte und in die Luft sprang. 

Dann kam der Entschluss wirklich an Wettkämpfen teilzunehmen und ich lernte, dass man manchmal auch über seine Grenzen hinausgehen muss, um Fortschritt beizubehalten. HIIT-Training und Wettkampfgruppentraining brachte mich regelmäßig an und über meine Grenzen. Und jetzt mache ich CrossFit und trainiere wieder für Wettkämpfe. Ich bin fast 30, mein Trainer ist über 50 und als wir gestern mit Teilen unseres Teams Konditions- und Aufbautraining machten, waren wir trotzdem zwei der ersten drei, die fertig waren (er war erster). Während zwei meiner Teamkollegen aufgaben, als es hart wurde. Beziehungsweise von Anfang an sagten, dass sie das nicht können. Beim Crossfit hatten wir Boxjumps und ein Teilnehmer konnte die Boxjumps nicht machen, weil die geistige Blockade einfach zu hoch war. Das kann ich nicht, sprach eine Stimme im Kopf und ihr wurde geglaubt. Dabei hätten in beiden Fällen alle Beteiligten diese Herausforderung meistern können. Wenn sie nur der Stimme in ihrem Kopf nicht geglaubt hätten. Denn das, was wir glauben zu können oder eben nicht zu können, bestimmt unsere Realität zu weiten Teilen. Deswegen ist es so wichtig, an sich selbst zu glauben. Es klingt banal, aber das alte Sprichwort "Glaube kann Berge versetzen" ist war. 

Und ich? Kann ich jetzt alles? Natürlich nicht. Aber immer wenn ich die Stimme in meinem Kopf wieder höre, die mir sagt, ich könnte etwas nicht (zuletzt Mittwoch, als wir Handstand-Liegestütze machen sollten), dann grinse ich und antworte: "Na das wollen wir mal sehen." Und oft klappt es. Manchmal nicht. Aber ich versuche alles, ehe ich sage, dass ich etwas nicht kann. 

Sunday, 27 September 2015

XpressDay bei Superfit am 20.9. in Mitte

Letzten Sonntag wurden bei Superfit in Mitte die neuen Les Mills Choreos in ihrer 30-minütigen Expressversion vorgestellt, daher der Name XpressDay. 
Ich habe mit einer Freundin daran teilgenommen, die bis dato noch nicht Mitglied bei Superfit war, weil man auch Freunde mit einem Free Class Ticket mitbringen durfte. Gleichzeitig fanden während des XpressDays auch die Dreharbeiten zu Superfit Werbespots statt, zu denen man sich einverstanden erklärte, wenn man an den Stunden teilgenommen hat. War man auch bereit, in Nahaufnahmen gezeigt zu werden, musste man noch mal extra seine Zustimmung geben. Wie genau das stattfand? 

Als wir bei Superfit ankamen, mussten wir beide eine Einverständniserklärung unterzeichnen und wurden in dem Zusammenhang danach gefragt, ob wir gefilmt werden möchten. Sagte man Nein, wie meine Freundin, dann bekam man ein orangefarbenes, bei Ja ein weißes Armband.



Danach durfte man wie gewohnt an den Stunden teilnehmen. Für Attack und mehrere weitere Programme wurde sogar die Bundestrainerin für diese Les Mills Programme mit auf die Bühne gebracht. Wie erwartet, war die Atimmung bei Body Attack an der Decke. Der Saal war extrem voll, aber das schien der Stimmung sogar zuträglich zu sein. Body Combat wurde eingeleitet von einer Spalierstellung, für deren Organisation einiges an Zeit unnötig draufging, denn das eigentliche Kamerateam war nicht vor Ort und das Publikum wirkte eher ungeduldig, das neue Programm auszuprobieren, als dass es den dramatischen Auftritt der Trainer genossen hätte. Das Programm selbst wirkte so, als wäre es im Rahmen der neuen Combat-Philosophie gehalten und wieder eine Herausforderung, selbst für erfahrene Combat-Gänger. Stellenweise brauchte ich etwas, um in die Bewegungen hineinzufinden, besonders beim Beintrack. Insgesamt freue ich mich aber schon auf die reguläre Einführung der neuen Choreo. 
Das neue Grit Plyo war etwas verwirrend, aber das sind die meisten Grit-Choreos zu Beginn. Leider hat hier nicht geholfen, dass die drei Trainer nicht immer dieselben Varianten gezeigt haben, was eigentlich dazu gedacht war, die Auswahl einer passend fordernden Variante für die Kunden zu erleichtern, aber bei einer noch unbekannten Choreo mehr Verwirrung gestiftet hat. Trotzdem haben sich die Trainer voll ins Zeug gelegt und eine effektive Stunde daraus gemacht. Meine Beine waren nach Combat und Plyo dann aber wie Spaghetti. Da kam die Flexibilitäts-Variante von Body Balance hinterher gerade richtig (mit den Beinen hätte ich keine 1-2 Warrior tracks durchgestanden. Oder einen Bauchtrack...). Hier störten dann die Kameras etwas, die einem während des Sonnengrußes und der anfänglichen Entspannungsphase ins Gesicht gedrückt wurden. Aber auch Balance war ein Release im Einklang mit den letzten. Ich war froh, dass der Tai Chi Track wieder klassisch mit etwas ruhigerer Musik ablief, da ich den Anfangstrack des letzten Releases nicht so gelungen fand. Ansonsten Übungen zum Spagat, yay. Also ich meine das durchaus ernst, da ich gerade hier mehr für meine Flexibilität tun muss. 

Alles in allem ein gelungener Tag, super Stimmung und interessante Choreos. Die nächsten drei Monate werden cool. 

Auf der Superfit-Facebookseite findet ihr auch ein Video mit Impressionen. 

Tuesday, 8 September 2015

Gymtest: Superfit Berlin

Uff, was für eine Woche. Dienstag bin ich nach Berlin gezogen und von da an ging es rund. Vertragsunterzeichnung beim neuen Arbeitgeber, Auspacken, Organisieren, das alles braucht seine Zeit. Und dann fing meine neue Karriere auch gleich am Donnerstag an. Die ersten drei Tage auf Arbeit vergingen super schnell und haben, so anstrengend sie waren, Spaß gemacht. Aber zu einem anderen Thema, dem der Überschrift: Fitnessstudios im Test. In Finnland hatte ich ein fast perfektes Fitnessstudio, von daher habe ich ein paar Ansprüche an die Qualität. Hier in Berlin habe ich schon einige Fitnessstudios besucht, deswegen kam mir die Idee.

Kategorien
Erster Eindruck: Sauberkeit, ansprechende Einrichtung, wie besucht ist das Studio?
Ausstattung Studioteil: findet sich alles Wichtige? Gibt es einen Freihantelbereich? Wie flüssig kann man sein Training durchführen?
Kurse: Angebot, Durchführung, Spaßfaktor, Bewegungsfreiraum
Umkleiden: Ausstattung, Sauberkeit, Duschen
Preis-Leistungsverhältnis

Nur ein Teil der Kurse in Steglitz...

Ich habe mich in Berlin direkt bei Superfit angemeldet, einmal weil einige Freunde von mir dort Mitglieder waren und zum anderen, weil knapp 20e im Monat kaum zu unterbieten ist. Besucht habe ich bisher Body Combat (habe ich selbst früher gegeben), Body Pump, Body Balance, BauchExpress und den Studioteil in den Studios in Steglitz, Charlottenburg und Mitte.


Erster Eindruck: Klares Corporate Design mit weiten freien Flächen erinnert, wenn das Studio leer ist, ein wenig an Bahnhofshalle. Das Orange ist eigentlich okay, nur ein wenig grell. Auf der anderen Seite macht es gute Laune und weckt auf. In Steglitz ist der Zugang zum Fitnessstudio manchmal ein wenig eklig, weil man durch ein Parkhaus oder zumindest dessen Eingangsbereich muss, der ein wenig unangenehm riecht. Die Türen mag man vor lauter fettigen Fingerabdrücken nicht immer anfassen. Das Fitnessstudio selbst kann wenig dafür, aber es ist halt doch etwas unangenehm. In Charlottenburg ist das schon angenehmer, ein helles und sauberes Treppenhaus begrüßt die Besucher und nach etwas Umsehen findet man auch den Fahrstuhl problemlos. Den Sieg trägt definitiv das Studio in Mitte davon, das den Kunden mit einem ausladenden Treppenhaus willkommen heißt.
Wie sehr das Studio besucht ist, hängt stark von der Zeit ab, zu der man geht. Freitag- und Samstagnachmittag bis -abend ist recht leer, unter der Woche sollte man die Nachmittage imsbesondere um die Feierabendzeit lieber meiden, aber später am Abend ist es wieder leerer.
Was ebenfalls etwas stört, ist dass man nur die spezielle Superfit Trinkflasche benutzen darf. 7/10 Punkten.

Das Studio in Steglitz, morgens um 9

Ausstattung des Studioteils: super für Hobbybodybuilder. Für Leute, die ihr Training ernst nehmen, wird es schon schwieriger, da hauptsächlich stationäre Geräte und eher weniger freie Gewichte zur Verfügung stehen. Ja, es gibt in jedem Studio einen Teil mit freien Gewichten, aber der ist recht klein und bei starken Besucherzahlen muss man schon mal warten, bis das Squatrack oder die Bank zum Bankdrücken oder aber auch nur eine Langhantelstange frei ist. Kurzhanteln dagegen sind zahlreich vorhanden und auch Bänke gibt es in dem Teil genug. Was ich definitiv vermisse, ist ein Smith-Gerät und höhere/rutschsichere Boxen für Boxjumps. Auch verschiedene Griffe für die Züge sind schwer zu finden. Wie man sicher mitbekommt, bin ich eher ein Fan von freien Gewichten (diese trainieren nicht nur die anvisierten Muskelgruppen, sondern auch Core und stabilisierende Muskeln, da man selbst Gleichgewicht und Haltung bewahren muss), aber auch die Geräte habe ich ausprobiert. Hier fällt auf, das Gymetikette leider Glückssache ist. Oftmals sieht man, wie Auch im supervollen Gym Leute auf den Geräten sitzen und ihren Facebook-/Instagramaccount checken. Da es manche Geräte nur einmal gibt, stört das natürlich den Trainingsfluss. Auch sonst ist es schwer, gezielt und ohne zu lange Ruhezeiten zwischen den einzelnen Übungen zu trainieren, wenn es voll ist. Alle wichtigen stationären Geräte sind aber vorhanden und mit ein wenig Flexibilität funktioniert auch an vollen Tagen das Training einigermaßen. Allerdings wie bereits erwähnt, werden diejenigen, die ernsthaft bei der Sache sind, hier nicht glücklich. 5/10 Punkten.

Kurse: Das unangefochtene Plus von Superfit ist das große und vielseitige Kursprogramm mit Gruppenfitnesskursen wie Les Mills-Trainings und Teamtrainings in kleineren Gruppen. Beim Angebot bin selbst ich fast komplett glücklich, mir fehlt Grit Strength im Programm. Was ein Grund sein könnte, dass ich persönlich vielleicht das Gym noch wechseln werde. Sollte auch Plyo wegfallen, wird dies definitiv der Fall sein. Was die Durchführung angeht, hängt das natürlich sehr vom Trainer ab. Anfänger finden in den meisten Fällen gute Bedingungen für den Einstieg, bis auf einen Kurs waren die Kurse auch technisch sicher. Besonders beim Body Pump war das super. Beim Combat dagegen habe ich zwei Kurse gesehen, wo die Technik der Trainer mangelhaft war. Im ersten wurde die Technik auch falsch erklärt, was gar nicht geht, im anderen war der Trainer mehr mit Stimmung machen beschäftigt als mit seiner Technik: beim Jab-Cross haben seine Arme niemals den 30 Grad Winkel überschritten, die Arme also nicht nur nicht ausgestreckt, sondern nur sinnlos mit ihnen in der Gegend herumgefuchtelt. Wenn selbst die Basics nicht sitzen, vielleicht noch mal die eigene Technik ansehen. Wie ich aber schon erwähnt habe, war der Trainer mehr mit der Stimmung beschäftigt, die war bei den meisten auch an der Decke. Trotzdem sollte das nicht auf Kosten der Technik gehen. Die Kursauslastung ist auch nachmittags am Höchsten, dann ist es problematisch Platz zu finden. Eine maximale Teilnehmerzahl wäre vielleicht sinnvoll, zumindest zu Stoßzeiten. 7/10 Punkten.

Umkleiden: Die Umkleiden sind top! Stylish, funktionell und sauber. Einziges Manko: für die Duschen muss man bezahlen (vermeidet allerdings dann lange Schlangen an den sechs Duschen) und es gibt einfach zu wenig Toiletten und Waschbecken (Trinkwasserstellen für das Auffüllen der Wasserflaschen würden hier schon weiterhelfen). Trotzdem 9/10 Punkten.

Die berühmt-berüchtigte Superfit-Trinkflasche...

Preis-Leistungsverhältnis: Ich habe jetzt viel bemängelt, das ich von einem qualitativ hochwertigen Gym erwarte. Das hat aber meist auch seinen Preis. In Finnland habe ich z.B. 55e im Monat bezahlt. Dafür kann man dann auch gute Qualität erwarten. Sicherlich verpflichten auch 20e zu einem soliden Grundangebot, aber das ist auch da. Für 20e ist Superfit wirklich gut, natürlich gibt es extrem viele Mitglieder bei diesem Preis und natürlich kann man dann keine top Ausstattung erwarten. Ein gutes Einsteiger- und Kursgängerfitnessstudio, das man am besten außerhalb der Stoßzeiten besucht, wenn möglich. Seine Lieblingstrainer kann sich ja auch jeder selbst aussuchen und jeder tut dies nach eigenen Kriterien. Dementsprechend bin ich zufrieden. 10/10 Punkten.

Eingang zum Studio im Alexa (Mitte)

Fazit: 38/50.

Tuesday, 18 August 2015

Grit Summer Games bei Gogo - Was ist eigentlich Les Mills Grit?

Keine Angst, Gogo hat nichts mit Gogo-Tanzen zu tun und auch nicht mit Go-Cart-Fahren, sondern Gogo ist mein Fitnessstudio hier in Tampere. Kommt September endet allerdings auch meine Mitgliedschaft dort, da ich am 1.9. nach Deutschland zurück ziehe. Eigentlich will ich darüber noch nicht nachdenken, aber Ende August bedeutet hier in Finnland auch Ende des Sommers und Ende des Sommers heißt Abschlussfeier der Sommersaison und in diesem Rahmen veranstaltet Gogo die ersten Grit Summer Games. 

Dabei stellen sich einigen jetzt sicherlich zwei Fragen: 
1. Was ist eigentlich Grit? und 
2. Was für Grit Summer Games?

Für mich stellt sich auch noch die Frage: Warum habe ich beschlossen, da mitzumachen?!?

Ich habe lange versucht, mir die Teilnahme auszureden, aber... no excuses. Ich mach das jetzt.

Kommen wir zur ersten Frage: In Deutschland, bzw. in Berlin habe ich zumindest schon Grit Plyo gesehen. Zur Les Mills Grit Series gehören aber noch zwei weitere Teile, nämlich Grit Strength und Grit Cardio. Grit Plyo setzt seinen Fokus auf explosive, also plyometrische Kraft, Grit Strength trainiert wie der Name schon sagt die Muskelkraft an sich und Grit Cardio das cardio-vasculäre System. "Grit" kommt aus dem Englischen und lässt sich ins Deutsche in etwa mit dem Begriff "Badassery" übersetzen. Ach nein, das ist ja nicht wirklich Deutsch. Grit bedeutet soviel wie Durchhaltevermögen, Mumm, Charakterstärke; sich angesichts schwerer Umstände durchbeißen anstatt aufzugeben. Und der Name ist Programm. Obwohl eine normale Grit-Stunde nur 30 Minuten dauert, bin ich regelmäßig völlig fertig. Der Grund dafür ist, dass es sich hierbei um eine der zur Zeit so beliebten HIIT (High-Intensity Intervall Training) Stunden handelt. Das bedeutet, dass man nicht versucht, jede Wiederholung ordentlich mitzumachen, sondern dass man sich selbst herausfordert, mehr Gewicht nimmt, schneller an den Start geht, tiefer squattet als üblich und dass man vielleicht nicht jede Wiederholung schafft, dafür aber selbst hinterher geschafft ist. Eine typische Grit-Stunde besteht aus einem Aufwärm-Track, auf den folgen dann vier Arbeitstracks und dann zum Abschluss ein Track Core-Workout. Die Anordnung und Art der Arbeitstracks ändert sich mit jedem Release, orientiert sich aber sehr an den aus dem Crossfit so beliebten Übungsformen, wie z.B. Pyramiden, Tabata-Intervallen, As many reps as possible, Back-To-Back-Übungen, Supersets, Drop Sets etc., die Art der Übungen hängt vom jeweiligen Grit-Programm ab; bei Cardio sind Jumping Lunges (eingesprungene Ausfallschritte) und Burpees sehr beliebt, bei Grit Plyo plyometrische Liegestütze (klatsch in die Hände, wenn du hochkommst) oder Knee-Tuck-Jumps (hier bin ich mit meinem Latein...oder Deutsch am Ende), bei Strength Clean-and-presses, overhead-presses oder Squats und Lunges mit zusätzlichem Gewicht. Hierbei wird der Puls vom Aufwärmen an in die Höe getrieben und de Körper bekommt zwischendurch nur minimal Zeit, sich zu erholen, so dass der so genannte After-Burn Effekt eintritt. Das bedeutet, dass der Körper so "übertourt" wird, dass er eine Hormonreaktion in Gang setzt, die dafür sorgt, dass noch Stunden nach dem eigentlichen Training einen erhöhten Kalorienverbrauch hat. Auch wenn das eigentliche Training also nur eine halbe Stunde beträgt, verbrennt man bei Grit genauso viele, manchmal sogar mehr Kalorien wie beim Body Pump z.B., zudem sieht man durch die hohe Intensität der Übungen sehr schnell enorme Fortschritte. 
Mein Lieblingsprogramm war zu Beginn Grit Plyo, ich habe das viele Springen und die plyometrischen Übungen geliebt und sehr schnell Verbesserungen gesehen (normale Liegestütze? Pffft, frag mich nach meinen plyometrischen Liegestützen), allerdings haben die letzten beiden Releases mir persönlich nicht viel gebracht und nicht so gut gefallen wie die vorherigen. Die letzten beiden Strength-Releases dagegen waren super. Und somit ist derzeit Grit Strength mein großer Favorit. Zu Beginn mochte ich Strength gar nicht, weil ich mir so schwach vorkam und nie viel geschafft habe, mittlerweile stemme ich auch mal locker ein Drittel meines Körpergewichts. 

Ein paar Eindrücke vom Training, ein paar Meinungen der Trainer, alles unterlegt mit motivierender Musik...

Wer also Herausforderungen mag, sollte Grit unbedingt ausprobieren. Ich persönlich hoffe inständigst, dass Superfit, mein derzeitiges Fitnessstudio in Berlin, auch bald Grit Strength mit ins Programm aufnimmt, einfach weil das etwas ganz anderes ist als Body Pump und den Körper ganz anders trainiert. Ich weiß gar nicht mehr, was ich ohne Grit Strength machen soll, da muss ich dann wohl vielleicht doch eine Trainerlizenz für Grit machen, damit ich dann die neuesten Releases auf der Fläche für mich machen kann? Denn wie gesagt, dieselben Fortschritte habe ich in keinem anderen Programm und auch für mich selbst im Studiobereich bisher nicht gemacht.

Grit ist kein Zuckerschlecken und man muss verrückt sein, um sich das anzutun. Aber wenn man einmal Blut leckt...

Kommen wir nun zur zweiten Frage: Was sind denn Grit Summer Games? 
Ein neues Konzept. Prinzipiell handelt es sich hierbei um einen Grit-Wettbewerb. Dieser Wettbewerb funktioniert so, dass es einen Parcours gibt, auf dem sich 9 Stationen befinden, an denen jeweils eine Übung aus einem der drei Grit-Teilbereiche absolviert wird. Diese Übung macht man 45 Sekunden, dann hat man 15 Sekunden, um zur nächsten Station zu gelangen. Die drei Kandidaten mit den meisten Wiederholungen nach der kompletten Runde kommen ins Finale, über dessen Natur noch nichts bekannt gegeben wurde. Die Übungen werden erst beim Wettkampf bekannt gegeben und dementsprechend kann sich niemand gezielt vorbereiten. Alles was bleibt, ist abzuwarten und nervös auf den Fingernägeln zu kauen, denn: Worauf habe ich mich da eingelassen? 

Aber im Ernst, ich bin ein enormer Fan von Les Mills Grit und deswegen ist das für mich auch ein passender Abschluss für meine Zeit bei Gogo. Viele der Grit-Trainer sind mittlerweile gute Freunde und Bekannte geworden und es wird mir schwerfallen, die alle in Finnland zurückzulassen. Auf der anderen Seite, ich weiß immer, wo sie sind und kann sie besuchen kommen und mich von ihnen quälen lassen, wenn ich nach Finnland komme. Dann bleibt mir jetzt nur noch eins am Ende: Liebes Superfit-Team, ich bettle selten, aber könnt ihr bitte,bitte,bitte Grit Strength in euer Programm mit aufnehmen? 

Friday, 17 July 2015

MMA? Mixed Martial Arts!

Seit fast zwei Jahren gehört MMA zu meinem Leben und ist ein fester Bestandteil meines Alltags. Aber was genau ist eigentlich MMA? 

MMA, das steht für Mixed Martial Arts. Hauptbestandteile des Sports sind Grappling und Striking, also Bodenkampf oder auch "Ringen" und prinzipiell Kickboxen. Das erste Mal, dass MMA erwähnt wurde, war in einem Kommentar zum Sportevent UFC 1. Und hier ist auch der Grund für die wachsende Beliebtheit eines Sports zu finden, dessen Wurzeln eigentlich bis ins antike Griechenland zurückreichen. Ja, wenn auch nicht unter diesem Namen, so waren Kämpfe - damals sogar olympisch - die Kickboxen und Ringen miteinander verbanden schon den alten Griechen bekannt. Sie nannten das Spektakel Pankration. 
Im viktorianischen England, aber auch in anderen Teilen Europas und den USA wie auch Japan zur Jahrhundertwende, gab es no-holds-barred Kämpfe, die ähnlich funktionierten. Es entwickelten sich Vorformen des MMA, wie Vale Tudo (Brasilien) und Shooto (Japan), die Brazilian JiuJitsu und Shoot Wrestling, also die ernsthafte Seite des professionellen Wrestlings, dass man aus dem Fernsehen kennt, verbanden. Dies fand schon in den 1920er Jahren statt. Auch Bruce Lee machte den Grundgedanken von Mixed Martial Arts mit seinem Jeet Kune Do populär: "Der beste Kämpfer ist kein Boxer, Karateka oder Judoka, sondern derjenige, der allen Kampfsportarten am besten für sich adaptieren kann."

Ground and Pound

Diese Idee ist schließlich auch einfach genug: alles ist erlaubt. Boxen, Judo, Karate, Muay Thai, Wrestling, Ringen, was immer der Kämpfer für notwendig empfindet, um den Kampf für sich zu entscheiden und zu beweisen, dass er der beste - und heutzutage auch vielseitigste und versierteste - Kämpfer ist. The Ultimate Fighter eben, der ultimative Kämpfer, worauf der Name UFC - Ultimate Fighting Championship basiert. Und die UFC mit ihren großen Events in Las Vegas und der professionellen Promotion des Sports hat MMA populär gemacht, und nicht zuletzt ist es auch bekannten Kämpfern, die sich abseits der MMA-Bühne, des Käfigs, um genau zu sein, in der Showbranche einen Namen machen, zu verdanken, dass der Sport stetig wächst. Zu diesen bekannteren MMA-Sportlern gehören Randy Couture, Gina Carano und Ronda Rousey, letztere führte insbesondere bei Frauen zu einem erhöhten Interesse an MMA. 

"Rowdy" Ronda Rousey

MMA-Kämpfe gehen meist über 3x5min (es sei denn einer der beiden Kämpfer muss bereits früher aufgeben), Championshipkämpfe über 5x5min. Die Kämpfe finden dabei zumeist nicht wie Boxwettbewerbe im Ring statt, sondern im Cage, dem Käfig, der den Kämpfern mehr Möglichkeiten bietet und nicht zu Unterbrechungen führt, wenn die Kämpfer an den Rand der Kampffläche gelangen. 

MMA-Kämpfe können extrem brutal und blutig werden, warum also tun sich intelligente Menschen so etwas an? Die Antwort ist einfach: die Herausforderung sich selbst und seinen Gegner zu besiegen ist ungleich größer. MMA gehört zu den anspruchsvollsten und körperlich anstrengendsten Sportarten, die es gibt. Vorbei sind die Zeiten, wo man seinen Gegner mit purer Kraft zu Mus prügeln konnte, heutzutage muss die Technik sitzen. Und da es immer mehr und immer bessere Kämpfer gibt, reicht es nicht mehr auf einem Teilgebiet gut zu sein, sondern man muss in allen Teilgebieten herausragend sein. 

Die Herausforderung war es, die mich seinerzeit zum MMA brachte. Nachdem ich zwei Jahre Muay Thai, eine thailändische Form des Kickboxens, die auch Ellenbogen- und Kniehiebe erlaubt, trainiert hatte, suchte ich nach einer neuen Herausforderung. Und da kam MMA mir gerade recht. Das Kickboxen lief bei mir schon recht gut und ich gehörte technisch zu den besseren in unserem Verein, aber der Bodenkampf war eine völlig andere Welt. Ein anderer Planet sozusagen, denn in unserem Verein trainieren wir den von Eddie Bravo entwickelten Jiu-Jitsu-Stil 10th Planet Jiu-Jitsu, eine Form des Brasilianischen Jiu-Jitsus, die nicht im traditionellen Gi und oft von der unteren Position aus trainiert wird. Während meine Liebe zum Muay Thai mich auch im stehenden Kampf im MMA weiter trägt und eine Konstante ist, ist meine Beziehung zu Jiu-Jitsu eine Achterbahnfahrt. Und das hat damit zu tun, dass Jiu-Jitsu nicht einfach ist. Nicht nur muss man ein Gefühl dafür entwickeln, wie man sich bewegt und was für Techniken einem liegen, sondern man muss auch auf die kleinsten Details achten, damit bestimmte Techniken am Ende erfolgreich sind. Und das ist die Krux, aber auch die Herausforderung, die Jiu-Jitsu selbst dem geübtesten Sportler stellt. Es ist ein unglaubliches Hoch, wenn man eine neue Technik meistert, aber die abertausend Wiederholungen, die dem vorangehen sind nervenzehrend und frustrierend. 

Bis zum perfekten Arm Bar ist es ein langer und manchmal frustrierender Weg

Meine ersten Wettkämpfe waren lehrreiche, aber frustrierende Erfahrungen, da ich meine ersten beiden Kämpfe verloren habe. Dann hatte ich meinen ersten Sieg und die Euphorie war unglaublich. Dem folgten weitere Niederlagen, aber gegen technisch bessere Gegner. 
Der größte Sieg allerdings war es, als ich begann zu verstehen, was genau mein Stil ist, welche Techniken mir liegen. Denn das heißt, dass man das Training besser fokussieren kann. 

Fitnesstechnisch ist MMA das beste und härteste Training, das man sich vorstellen kann. Zu unserem normalen Muskelaufbau- und Techniktraining kommen noch HIIT-Trainingsessions dazu, Cardio und nicht zuletzt Dehnübungen. Es ist kein Witz, wenn ich sage, dass ich durch MMA mehr Yoga mache, als je zuvor. Einmal weil Yoga die Flexibilität, die man für Jiu-Jitsu benötigt, aufrecht erhält und entwickelt, aber auch weil der Körper entspannen darf. Etwas, das dringend nötig ist. Beim Muskelaufbau muss man darauf achten, dass die Kraft und Muskeln funktionell sind und nicht hinderlich und im Weg. Und am Ende stellt man fest, dass egal wie gut die Jogging-Leistung oder das Maximum beim Bankdrücken ist, nichts den Körper auf dieselbe Art belastet wie Jiu-Jitsu. Denn dadurch, dass man Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit benötigt, ist Jiu-Jitsu Kraft- und Cardiotraining in einem.

Das kommt noch mit dazu, im Kampf oder Sparring muss man 100% da sein. Weniges lässt einen so den Moment leben.

Bei einem solch brutalen Sport kann man schnell davon ausgehen, dass wir MMA-Sportler alle Brutalos mit gebrochenen Nasen und Blumenkohl-Ohren sind, aber abgesehen von den gebrochenen Nasen (meine Nase hat es zweimal erwischt) und den Blumenkohl-Ohren (zum Glück bisher nur mein rechtes Ohr) stimmt das nicht. Die Leute, die ich über MMA kennengelernt habe, gehören zu den herzlichsten, freundlichsten, hilfsbereitesten, offensten und rücksichtsvollsten Menschen, die ich kenne. Unser Verein hat ein sehr familiäres Flair, jeder kennt jeden und hilft Neueinsteigern wie Fortgeschrittenen. Meine Theorie ist, dass wenn man so genau am eigenen Körper erfährt, wie zerbrechlich so ein Mensch eigentlich ist, dann nimmt man Rücksicht. Wenn man weiß, wie sehr ein ordentlicher Schlag ins Gesicht oder in den Bauch wehtut, dann benutzt man diese nicht leichtfertig, sondern meidet Situationen, in denen es dazu kommen könnte. Einige meiner besten Freunde habe ich über mein MMA-Hobby kennengelernt und bis heute habe ich niemanden erlebt, der einen Trainingspartner absichtlich verletzt hätte. Die meisten Unfälle passieren im Umgang mit Anfängern, die ihre Kraft noch nicht genug einschätzen können oder nicht wissen, wie genau eine Technik wirkt und sie zu schnell durchführen.

Wenn du also nach einer Herausforderung suchst, dann schnupper ruhig einmal in die Welt der MMA hinein.

Die Geschichte der Mixed Martial Arts ist sehr viel vielschichtiger, meine Darstellung ist stark vereinfacht. Für einen genaueren Überblick schau beim wikipedia-Artikel zu Mixed Martial Arts vorbei. 

Sunday, 5 July 2015

Heiß, heiß, Baby - Wer trainiert schon bei der Hitze

Obwohl es toll ist, dass der Sommer endlich zu uns gefunden hat, können die steigenden Temperaturen auch ein Problem für einige von uns darstellen. Insbesondere jetzt, wo das Thermometer in Mitteleuropa auf bis zu 40°C ansteigt, fühlt man sich nicht grad nach Sport und die Gefahr eines Hitzschlag ist imminent auch ohne jedwede Bewegung.

Wissenschaftler der Universität Oregon haben in einer Studie mit Radfahrern allerdings herausgefunden, dass man seine Performance steigern kann, wenn man auch oder gerade bei Hitze trainiert. Die Studie wurde mit Radfahrern durchgeführt, die bei 110°F (ca. 42°C) 14 Tage lang radeln mussten. Am Ende der 14 Tage hatte sich deren Leistung mehr verbessert als die der Kontrollgruppe, die bei ca. 20°C fahren durfte.
Ein anderes Beispiel für das Nutzen von Hitze beim Training ist Bikram Yoga (Hot Yoga). Die Muskeln geben leichter nach und so kommt man in Positionen, die einem bei normaler Raumtemperatur schwer fallen würden.

Es gibt allerdings auch einige Dinge, an die man sich erinnern sollte, wenn man bei der Hitze gesund trainieren will:

1.Trink genug, aber nicht zuviel.
Dieser Punkt ist fast selbstverständlich. Trinke genug, um den Wasserhaushalt deines Körpers im Gleichgewicht zu halten und Unwohlsein, Krämpfen und Schwindel vorzubeugen. Trotzdem solltest du nicht zuviel trinken, was wiederrum den Salzhaushalt deines Körpers durcheinander bringen könnte. Die einfachste Möglichkeit das zu überprüfen ist die Farbe des Urins, der leicht gefärbt sein sollte. Nicht klar, nicht dunkelgelb, sondern leicht gelblich. 

2. Gib deinem Körper Zeit sich an die Hitze zu gewöhnen, leg Pausen ein, wenn nötig.
Das musste ich auf dem harten Weg lernen. Mein Körper mag keine Hitze und selbst wenn ich dann mal daran gewöhnt bin, funktioniert er nicht genauso wie bei 15-20°C. Ich fühle mich schnell schwindlig und mein Puls rast mir davon. Mein Brust fühlt sich beengt an. Mach Pausen, wenn du diese (oder andere Symptome) spürst. Zwing dich nicht dagegen anzukämpfen, wenn du nicht genau weißt, woher es kommt. Normalerweise dauert es für den Körper etwas, bis er sich an das Wetter gewöhnt hat. Gib ihm ein paar Tage, starte mit flotten Spaziergängen und fang an zu laufen oder rennen, wenn es sich danach anfühlt. 

3. Trainere nicht in der Mittagshitze oder in der prallen Sonne (denk an Sonnencreme).
Selbstverständlich, nicht wahr? Du brauchst keinen Hitzschlag, um zu wissen, wie er sich anfühlt.
Ich selbst liebe es, am frühen Morgen zu trainieren, weil es schon hell draußen ist und die meisten Leute trotzdem noch schlafen und man so die Straßen oder Strände komplett für sich hat. 

Um 5:30 morgens am Strand. Ich jogge gern morgens und ende meine Runde dann hier mit einem erfrischenden Sprung ins kühle Nass. 

4. Trag die richtigen Klamotten.
Leichte, atmungsaktive Kleidung, vielleicht sogar spezielle Hitzeausrüstungen oder atmungsaktive Baumwolle helfen deinem Körper mit seinem Kühlungssystem. Und es fühlt sich gut an, wenn eine leichte Brise über die Haut weht, nicht wahr?

5. Wie wäre es denn mit schwimmen?
Man muss nicht immer Laufen oder Gewichte stemmen. Probier ein paar Alternativen aus, wie schwimmen, Yoga, Pilates oder Tai Chi, die den Puls (und damit die Körpertemperatur) nicht so hoch treiben.

6. Hör auf deinen Körper!
Das ist einer meiner Leitsätze. Denn dein Körper weiß, was richtig für ihn ist und gibt dir Zeichen, wenn etwas nicht stimmt. Hör ihm zu und du weißt, was Sache ist und ob du noch 5min weiter machen kannst.  

7. Genieß den Sommer.
Vergiss nicht, die Hitze auch zu genießen. Eiscreme, die Sonne auf der Haut, das Licht und die Stimmung sind nur ein paar Höhepunkte des Sommers. Vergiss nicht, es leicht zu nehmen. 

Friday, 3 July 2015

Alles eine Frage der Motivation

Die letzten zweieinhalb Jahre habe ich bei Regen oder Sonnenschein ca. 10-15 Stunden die Woche trainiert. Normalerweise trainere ich morgens und abends, morgens versuche ich meist Cardiotraining zu machen, abends Technik und Krafttraining. Allerdings funktioniert das nicht immer so, das Leben will da oft auch noch ein Wörtchen mitreden.
Oft werde ich deswegen gefragt, wie ich das mache, insbesondere zu Zeiten, zu denen ich besonders viel um die Ohren habe, wie z.B. letzten Herbst, wo ich Uni, Arbeit, Praktikum und Training inklusive Wettkampfvorbereitung jongliert habe. Eine Freundin fragte mich geradeheraus, wie ich damit zurechtkäme, keine Freizeit zu haben.

Das Geheimnis ist: Sport und Training sind für mich Freizeit. Die beste Art von Freizeit, wenn ich ehrlich bin. Aber natürlich muss auch ich mich der Realität stellen, dass ein Tag nur 24 Stunden hat und auf Dinge verzichten, wenn mein Zeitplan besonders verrückt aussieht.
Das erste, auf das ich verzichte, ist normalerweise Fernsehen. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wieviele Stunden am Tag sie mit sinnlosem Fernsehen verbringen und wieviel mehr Freizeit man mit einem Mal zur Verfügung hat, wenn man den Fernseher einfach mal auslässt. Ähnlich verhält es sich mit dem Internet, dem nächsten "Luxus" auf den ich verzichte, wenn ich mal wieder unter akutem Zeitmangel leide.
Wenn ich an dieser Stelle keine Zeit mehr einsparen kann, dann beginne ich damit, meine Tage durchzuplanen. Dabei gucke ich nicht, wie ich vielleicht das Training irgendwo untergebracht bekomme, sondern plane das Training ähnlich wie Meetings, Vorlesungen oder andere wichtige Termine im Voraus. Zeitmanagement ist alles. Es gab schon Zeiten, da war mein Leben bis auf die Minute (okay, bis auf die Viertelstunde) genau geplant.


Morgens um 7 vor der Body Pump Stunde.

Aber warum tue ich das alles für... Sport?
Weil Sport und Fitness für mich eine Möglichkeit darstellen Stress abzubauen und mit Stress umzugehen, es mir Spaß macht und ich nicht mehr darüber nachdenke. Es gibt Tage, wo ich mich nicht daran erinnern kann, wie ich meine Sporttasche gepackt und über die Schulter geworfen habe, und mit einem Mal bin ich in meinem Fitnessstudio oder Martialarts Club und weiß nicht einmal genau wie ich da überhaupt hingekommen bin. Sport gehört zu meinem Alltag.
Bis ich zu diesem Punkt kam, hat es allerdings etwas gedauert. Man sagt, es dauert vier Wochen, bis sich neue Gewohnheiten einprägen. Für mich hat es länger gedauert, aber ich bin letztendlich an dem Punkt angekommen.

Es gibt allerdings auch bei mir Tage, an denen es mir schwerer fällt, mich zu motivieren.
Ich habe zu viel um die Ohren: Wie bereits erwähnt, ich plane im Vorraus. Ich schreibe jede einzelne Verabredung und Verpflichtung für den folgenden Tag spätestens am Abend auf. Wenn ich nicht sicher bin, wie gut mein Zeitplan hält, plane ich auch Alternativen ein.
Ich bin erschöpft und/oder habe Muskelkater: wie schlimm ist es wirklich? Hier sollte man tatsächlich abwägen, ob man zum Sport geht oder nicht. Wenn ich morgens nicht einmal aus dem Bett komme, weil ich einen solchen Muskelkater habe, ziehe ich tatsächlich einen Ruhetag in Erwägung. Meistens stehe ich auf, dehne ein bisschen, mache ein paar Sonnengrüße und schätze die Lage genauer ein, wenn mein Körper nicht mehr ganz so steif ist. Wenn sich mein Körper danach okay anfühlt, gehe ich wie geplant zum Training. Wenn nicht, dann lege ich entweder einen Ruhetag ein oder mache etwas Leichtes, wie einen Spaziergang, Yoga oder Body Balance.
Ich habe einfach wirklich keine Lust auf Training: Das kommt bei mir selten genug vor. Wenn es passiert, dann gehe ich manchmal einfach trotzdem, weil ich weiß, dass ich mich hinterher besser fühle. Wenn nicht, hinterfrage ich die Einstellung. Hab eich nur keine Lust auf dieses spezielle Training, dann suche ich mir einen anderen Trainingsmodus heraus. Meist bedeutet das, dass ich entweder gerade nicht weiterkomme mit einer bestimmten Technik und dann kann es helfen, den Kopf einen Moment frei zu bekommen, oder es kann sein, dass ich in letzter Zeit einfach zu oft das gleiche gemacht habe. Wenn sich dieser Unmut allerdings länger hinzieht, sollte man darüber nachdenken, was genau einen stört.
Ich habe generell gerade ein Motivationstief und keine Lust auf gar nichts: Hier hilft nichts, als sich selbst in den Hintern zu treten, am eigenen Kragen zu packen und den Hintern in Bewegung zu setzen. Ich weiß, dass ich mich hinterher besser fühlen werde. Hierbei hilft mir persönlich, dass ich mit vielen der Trainer in unserem Fitnessstudio und auch beim MMA gut befreundet bin und mich immer freue, sie zu sehen. Sie unterstützen und ermutigen mich und auch das motiviert. Dazu kommt, dass ich liebe was ich tue. MMA, Submission Wrestling, Body Combat, Grit, Bouldern und sogar Body Pump oder CX. Erinnere dich daran, weswegen du das sonst machst. Finde deine persönliche Motivation.
Denn das ist das wichtigste: Finde etwas, das dich interessiert, fasziniert, mitreißt und nicht mehr loslässt. Sport ist eine so mannigfaltige Angelegenheit, dass sich für jeden etwas findet. Probiere verschiedene Sportarten, Trainingszeiten, Trainer und finde heraus, was dir liegt. Lass dir von keinem Blogger erzählen, was gerade Mode ist oder was du unbedingt zu mögen hast. CrossFit ist nicht jedermanns Sache, wenn du lieber Pole Dancing oder Surfen probieren willst, Yoga oder Ballett interessanter klingt, dann geh mit deinem Bauchgefühl. Du musst dich in deinem Leben wohlfühlen und dann muss es auch für niemanden von außen gut aussehen. Wie sagte Charles Bukowski so schön: "Find what you love and let it kill you", aber wenigstens stirbst du mit einem Lächeln auf dem Gesicht. 

Und das funktioniert mit fast allem im Leben, sei es Arbeit oder Hobby, Schule oder Uni: Erinnere dich daran, warum du etwas tust. Finde Dinge die dir Spaß machen. Plane im Vorraus. Finde Gleichgesinnte, die dich unterstützen. Und habe Spaß.

Friday, 26 June 2015

Rezept: Miesha Tates Zwischenmahlzeit

Miesha Tate hat am Wochenende auf ihrem Instagram ein Rezept für eine Zwischenmahlzeit veröffentlicht und das musste ich natürlich gleich ausprobieren. Was kann ich sagen, es enthält Erdnussbutter.



Das Rezept ist wirklich simpel:
3/4 Tasse Vanilleyoghurt
1/2 Messlöffel Proteinpulver
2 EL Erdnussbutter (da ist sie ja)
1/2 Tasse Müsli
Mixt diese Zutaten einfach zusammen -die Erdnussbutter ist ein wenig störrisch, gibt sich aber schnell geschlagen - und guten Appetit. Super lecker und gut für Recovery nach dem Training oder eben als Zwischenmahlzeit. Die Makro-Nährstoffe sind in guter Relation zueinander und da das Ganze recht süß ist, hilft es dabei, den Jieper auf Süßes zu bekämpfen. Trotz allem solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei nicht um eine kalorienarme Kleinigkeit handelt und solltet es in eure Ernährungsplanung integrieren, solltet ihr eine Diät machen, damit es kein böses Erwachen gibt.



Danke, Miesha Tate, das wird mit Sicherheit einer meiner neuen Lieblings-Snacks.

-K

Friday, 24 April 2015

Les Mills, nicht Les Mis - Vorteile des Gruppenfitnesskonzeptes

Ich bin ein regelmäßiger Fitnessstudiogänger und wie 90% meiner Mitmenschen (laut lesmills.com) bevorzuge ich Gruppenfitnessstunden. Warum? Weil ich mir nicht selbst überlegen muss, was ich mache, weil da jemand ist, der mich anfeuert, und nicht zuletzt, weil man viel Energie von denen bekommt, die da neben einem schwitzen. 
Aber was genau ist eigentlich dieses Les Mills und was macht es besser als andere Stunden?
Les Mills (Snr.) war eigentlich eine Person, ein Mann, der 1968 sein erstes Fitnessstudio eröffnete. Sein Sohn Philip, der in den 1980ern Rockbands managete, hatte dann die Idee, Stunden zu konzipieren, die von moderner Musik inspiriert und vorangetrieben wurden. Anfang der 1990er Jahre wurden dann Langhanteln mit in dieses Konzept eingeführt, 1997 wurde das Programm auf den Namen Body Pump getauft und in die Welt hinaus getragen. 
Heutzutage umfasst die Marke LesMills 18 unterschiedliche Programme, die in über 15.500 Fitnessstudios in über 80 Ländern zu finden sind. 

Soviel die Theorie. Aber was genau sind die Vorteile von Les Mills gegenüber "normalen" Stunden?
Les Mills Trainer bekommen ein Basistraining und viermal im Jahr bekommen sie den neuesten Les Mills Programmrelease und auch hierzu ein einführendes Training. Das bedeutet zum einen, dass die Trainer sich nicht selbst alle drei Monate neue Programme ausdenken und neue Musik suchen müssen, auf die die Bewegungen passen. Das spart den Trainern viel Zeit, die sie dann nutzen können, um das Programm besser zu verinnerlichen. Außerdem kann ein Trainer so vielseitigere Stunden unterrichten, ohne dass er (oder sie) sich viele verschiedene Stunden ausdenken muss. 



Als Kunden profitieren wir von den Les Mills-Programmen, erstens weil jeder Trainer zertifiziert sein muss, das bedeutet, er muss gewisse Standarts erfüllen. Sicherlich rettet einen das nicht vor schlechten Stunden, wenn ein Trainer mal einen schlechten Tag hat oder aber die Chemie zwischen Trainer und einem selbst nicht ganz stimmt, aber eine Grundqualität ist gegeben und das Risiko von Verletzungen durch unsachgemäße Einweisung in die Bewegungen gering. 
Zum zweiten wechseln die Programme alle drei Monate, das bedeutet zum einen, dass der Körper sich nicht so sehr an die Bewegungen gewöhnt, dass der Fortschritt stagniert, und zum anderen, dass es interessant bleibt. Und wenn ein Release mal langweilig ist, kann man in drei Monaten erleichtert aufatmen. 
Drittens weiß man, was passiert. Und das ist nach meiner Erfahrung vielen Fitnessstudiogängern sehr wichtig. Man will wissen, worauf man sich einlässt, wenn man zu einer Stunde kommt, wissen, was einen erwartet und was von einem gefordert wird. Wenn ich Lust auf hartes Intervalltraining habe, dann möchte ich das auch bekommen und nicht 55min. Ausdauertraining machen. 
Viertens sind die Programme überall auf der Welt dieselben. Wenn ich also in Shanghai in eine Body Pump-Stunde gehe, kann ich dasselbe erwarten wie in Neu-Seeland. Nur eben auf Chinesisch. Manchmal sind die Programmreleases etwas versetzt, so dass man vielleicht in ein älteres oder neueres Programm gerät, aber zumindest die Grundstruktur ist dieselbe. 

Zu den LesMills-Programmen gehören Body Pump (ein 50-55 minütiges Langhantel-Muskelausdauertraining), Body Balance (eine Mischung aus Yoga, Tai Chi und Pilates mit anschließendem Savasana), Body Attack (das was man gerne als klassisches Gruppenfitnesstraining sieht, wo viel gehüpft und gesprungen wird), Body Combat (eine auf verschiedenen Kampfsportarten beruhende hochintensive Intervallstunde), Body Vive (etwas ruhigeres Cardio- und Muskeltraining), Body Step (das andere klassische Gruppenfitnessmodell mit einem Stepbrett), Body Jam (eine sehr choreographierte Tanzstunde), Sh'Bam (auch ein Tanzworkout, allerding mit etwas einfacheren Choreos), RPM (Spinning), CX Worx (hardcore Core Workout), die Grit-Serie (HIIT-Stunden die sich auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren; Strength: Krafttraining, Plyo: plyometrische/explosive Bewegungen und Cardio: Herz-Kreislauftraining) und zuletzt die Born To Move-Reihe für Kinder. 

Ich werde hier über meine Lieblingsstunden bloggen, aber mehr Infos findet ihr auch auf lesmills.com.