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Tuesday, 8 September 2015

Gymtest: Superfit Berlin

Uff, was für eine Woche. Dienstag bin ich nach Berlin gezogen und von da an ging es rund. Vertragsunterzeichnung beim neuen Arbeitgeber, Auspacken, Organisieren, das alles braucht seine Zeit. Und dann fing meine neue Karriere auch gleich am Donnerstag an. Die ersten drei Tage auf Arbeit vergingen super schnell und haben, so anstrengend sie waren, Spaß gemacht. Aber zu einem anderen Thema, dem der Überschrift: Fitnessstudios im Test. In Finnland hatte ich ein fast perfektes Fitnessstudio, von daher habe ich ein paar Ansprüche an die Qualität. Hier in Berlin habe ich schon einige Fitnessstudios besucht, deswegen kam mir die Idee.

Kategorien
Erster Eindruck: Sauberkeit, ansprechende Einrichtung, wie besucht ist das Studio?
Ausstattung Studioteil: findet sich alles Wichtige? Gibt es einen Freihantelbereich? Wie flüssig kann man sein Training durchführen?
Kurse: Angebot, Durchführung, Spaßfaktor, Bewegungsfreiraum
Umkleiden: Ausstattung, Sauberkeit, Duschen
Preis-Leistungsverhältnis

Nur ein Teil der Kurse in Steglitz...

Ich habe mich in Berlin direkt bei Superfit angemeldet, einmal weil einige Freunde von mir dort Mitglieder waren und zum anderen, weil knapp 20e im Monat kaum zu unterbieten ist. Besucht habe ich bisher Body Combat (habe ich selbst früher gegeben), Body Pump, Body Balance, BauchExpress und den Studioteil in den Studios in Steglitz, Charlottenburg und Mitte.


Erster Eindruck: Klares Corporate Design mit weiten freien Flächen erinnert, wenn das Studio leer ist, ein wenig an Bahnhofshalle. Das Orange ist eigentlich okay, nur ein wenig grell. Auf der anderen Seite macht es gute Laune und weckt auf. In Steglitz ist der Zugang zum Fitnessstudio manchmal ein wenig eklig, weil man durch ein Parkhaus oder zumindest dessen Eingangsbereich muss, der ein wenig unangenehm riecht. Die Türen mag man vor lauter fettigen Fingerabdrücken nicht immer anfassen. Das Fitnessstudio selbst kann wenig dafür, aber es ist halt doch etwas unangenehm. In Charlottenburg ist das schon angenehmer, ein helles und sauberes Treppenhaus begrüßt die Besucher und nach etwas Umsehen findet man auch den Fahrstuhl problemlos. Den Sieg trägt definitiv das Studio in Mitte davon, das den Kunden mit einem ausladenden Treppenhaus willkommen heißt.
Wie sehr das Studio besucht ist, hängt stark von der Zeit ab, zu der man geht. Freitag- und Samstagnachmittag bis -abend ist recht leer, unter der Woche sollte man die Nachmittage imsbesondere um die Feierabendzeit lieber meiden, aber später am Abend ist es wieder leerer.
Was ebenfalls etwas stört, ist dass man nur die spezielle Superfit Trinkflasche benutzen darf. 7/10 Punkten.

Das Studio in Steglitz, morgens um 9

Ausstattung des Studioteils: super für Hobbybodybuilder. Für Leute, die ihr Training ernst nehmen, wird es schon schwieriger, da hauptsächlich stationäre Geräte und eher weniger freie Gewichte zur Verfügung stehen. Ja, es gibt in jedem Studio einen Teil mit freien Gewichten, aber der ist recht klein und bei starken Besucherzahlen muss man schon mal warten, bis das Squatrack oder die Bank zum Bankdrücken oder aber auch nur eine Langhantelstange frei ist. Kurzhanteln dagegen sind zahlreich vorhanden und auch Bänke gibt es in dem Teil genug. Was ich definitiv vermisse, ist ein Smith-Gerät und höhere/rutschsichere Boxen für Boxjumps. Auch verschiedene Griffe für die Züge sind schwer zu finden. Wie man sicher mitbekommt, bin ich eher ein Fan von freien Gewichten (diese trainieren nicht nur die anvisierten Muskelgruppen, sondern auch Core und stabilisierende Muskeln, da man selbst Gleichgewicht und Haltung bewahren muss), aber auch die Geräte habe ich ausprobiert. Hier fällt auf, das Gymetikette leider Glückssache ist. Oftmals sieht man, wie Auch im supervollen Gym Leute auf den Geräten sitzen und ihren Facebook-/Instagramaccount checken. Da es manche Geräte nur einmal gibt, stört das natürlich den Trainingsfluss. Auch sonst ist es schwer, gezielt und ohne zu lange Ruhezeiten zwischen den einzelnen Übungen zu trainieren, wenn es voll ist. Alle wichtigen stationären Geräte sind aber vorhanden und mit ein wenig Flexibilität funktioniert auch an vollen Tagen das Training einigermaßen. Allerdings wie bereits erwähnt, werden diejenigen, die ernsthaft bei der Sache sind, hier nicht glücklich. 5/10 Punkten.

Kurse: Das unangefochtene Plus von Superfit ist das große und vielseitige Kursprogramm mit Gruppenfitnesskursen wie Les Mills-Trainings und Teamtrainings in kleineren Gruppen. Beim Angebot bin selbst ich fast komplett glücklich, mir fehlt Grit Strength im Programm. Was ein Grund sein könnte, dass ich persönlich vielleicht das Gym noch wechseln werde. Sollte auch Plyo wegfallen, wird dies definitiv der Fall sein. Was die Durchführung angeht, hängt das natürlich sehr vom Trainer ab. Anfänger finden in den meisten Fällen gute Bedingungen für den Einstieg, bis auf einen Kurs waren die Kurse auch technisch sicher. Besonders beim Body Pump war das super. Beim Combat dagegen habe ich zwei Kurse gesehen, wo die Technik der Trainer mangelhaft war. Im ersten wurde die Technik auch falsch erklärt, was gar nicht geht, im anderen war der Trainer mehr mit Stimmung machen beschäftigt als mit seiner Technik: beim Jab-Cross haben seine Arme niemals den 30 Grad Winkel überschritten, die Arme also nicht nur nicht ausgestreckt, sondern nur sinnlos mit ihnen in der Gegend herumgefuchtelt. Wenn selbst die Basics nicht sitzen, vielleicht noch mal die eigene Technik ansehen. Wie ich aber schon erwähnt habe, war der Trainer mehr mit der Stimmung beschäftigt, die war bei den meisten auch an der Decke. Trotzdem sollte das nicht auf Kosten der Technik gehen. Die Kursauslastung ist auch nachmittags am Höchsten, dann ist es problematisch Platz zu finden. Eine maximale Teilnehmerzahl wäre vielleicht sinnvoll, zumindest zu Stoßzeiten. 7/10 Punkten.

Umkleiden: Die Umkleiden sind top! Stylish, funktionell und sauber. Einziges Manko: für die Duschen muss man bezahlen (vermeidet allerdings dann lange Schlangen an den sechs Duschen) und es gibt einfach zu wenig Toiletten und Waschbecken (Trinkwasserstellen für das Auffüllen der Wasserflaschen würden hier schon weiterhelfen). Trotzdem 9/10 Punkten.

Die berühmt-berüchtigte Superfit-Trinkflasche...

Preis-Leistungsverhältnis: Ich habe jetzt viel bemängelt, das ich von einem qualitativ hochwertigen Gym erwarte. Das hat aber meist auch seinen Preis. In Finnland habe ich z.B. 55e im Monat bezahlt. Dafür kann man dann auch gute Qualität erwarten. Sicherlich verpflichten auch 20e zu einem soliden Grundangebot, aber das ist auch da. Für 20e ist Superfit wirklich gut, natürlich gibt es extrem viele Mitglieder bei diesem Preis und natürlich kann man dann keine top Ausstattung erwarten. Ein gutes Einsteiger- und Kursgängerfitnessstudio, das man am besten außerhalb der Stoßzeiten besucht, wenn möglich. Seine Lieblingstrainer kann sich ja auch jeder selbst aussuchen und jeder tut dies nach eigenen Kriterien. Dementsprechend bin ich zufrieden. 10/10 Punkten.

Eingang zum Studio im Alexa (Mitte)

Fazit: 38/50.

Tuesday, 18 August 2015

Grit Summer Games bei Gogo - Was ist eigentlich Les Mills Grit?

Keine Angst, Gogo hat nichts mit Gogo-Tanzen zu tun und auch nicht mit Go-Cart-Fahren, sondern Gogo ist mein Fitnessstudio hier in Tampere. Kommt September endet allerdings auch meine Mitgliedschaft dort, da ich am 1.9. nach Deutschland zurück ziehe. Eigentlich will ich darüber noch nicht nachdenken, aber Ende August bedeutet hier in Finnland auch Ende des Sommers und Ende des Sommers heißt Abschlussfeier der Sommersaison und in diesem Rahmen veranstaltet Gogo die ersten Grit Summer Games. 

Dabei stellen sich einigen jetzt sicherlich zwei Fragen: 
1. Was ist eigentlich Grit? und 
2. Was für Grit Summer Games?

Für mich stellt sich auch noch die Frage: Warum habe ich beschlossen, da mitzumachen?!?

Ich habe lange versucht, mir die Teilnahme auszureden, aber... no excuses. Ich mach das jetzt.

Kommen wir zur ersten Frage: In Deutschland, bzw. in Berlin habe ich zumindest schon Grit Plyo gesehen. Zur Les Mills Grit Series gehören aber noch zwei weitere Teile, nämlich Grit Strength und Grit Cardio. Grit Plyo setzt seinen Fokus auf explosive, also plyometrische Kraft, Grit Strength trainiert wie der Name schon sagt die Muskelkraft an sich und Grit Cardio das cardio-vasculäre System. "Grit" kommt aus dem Englischen und lässt sich ins Deutsche in etwa mit dem Begriff "Badassery" übersetzen. Ach nein, das ist ja nicht wirklich Deutsch. Grit bedeutet soviel wie Durchhaltevermögen, Mumm, Charakterstärke; sich angesichts schwerer Umstände durchbeißen anstatt aufzugeben. Und der Name ist Programm. Obwohl eine normale Grit-Stunde nur 30 Minuten dauert, bin ich regelmäßig völlig fertig. Der Grund dafür ist, dass es sich hierbei um eine der zur Zeit so beliebten HIIT (High-Intensity Intervall Training) Stunden handelt. Das bedeutet, dass man nicht versucht, jede Wiederholung ordentlich mitzumachen, sondern dass man sich selbst herausfordert, mehr Gewicht nimmt, schneller an den Start geht, tiefer squattet als üblich und dass man vielleicht nicht jede Wiederholung schafft, dafür aber selbst hinterher geschafft ist. Eine typische Grit-Stunde besteht aus einem Aufwärm-Track, auf den folgen dann vier Arbeitstracks und dann zum Abschluss ein Track Core-Workout. Die Anordnung und Art der Arbeitstracks ändert sich mit jedem Release, orientiert sich aber sehr an den aus dem Crossfit so beliebten Übungsformen, wie z.B. Pyramiden, Tabata-Intervallen, As many reps as possible, Back-To-Back-Übungen, Supersets, Drop Sets etc., die Art der Übungen hängt vom jeweiligen Grit-Programm ab; bei Cardio sind Jumping Lunges (eingesprungene Ausfallschritte) und Burpees sehr beliebt, bei Grit Plyo plyometrische Liegestütze (klatsch in die Hände, wenn du hochkommst) oder Knee-Tuck-Jumps (hier bin ich mit meinem Latein...oder Deutsch am Ende), bei Strength Clean-and-presses, overhead-presses oder Squats und Lunges mit zusätzlichem Gewicht. Hierbei wird der Puls vom Aufwärmen an in die Höe getrieben und de Körper bekommt zwischendurch nur minimal Zeit, sich zu erholen, so dass der so genannte After-Burn Effekt eintritt. Das bedeutet, dass der Körper so "übertourt" wird, dass er eine Hormonreaktion in Gang setzt, die dafür sorgt, dass noch Stunden nach dem eigentlichen Training einen erhöhten Kalorienverbrauch hat. Auch wenn das eigentliche Training also nur eine halbe Stunde beträgt, verbrennt man bei Grit genauso viele, manchmal sogar mehr Kalorien wie beim Body Pump z.B., zudem sieht man durch die hohe Intensität der Übungen sehr schnell enorme Fortschritte. 
Mein Lieblingsprogramm war zu Beginn Grit Plyo, ich habe das viele Springen und die plyometrischen Übungen geliebt und sehr schnell Verbesserungen gesehen (normale Liegestütze? Pffft, frag mich nach meinen plyometrischen Liegestützen), allerdings haben die letzten beiden Releases mir persönlich nicht viel gebracht und nicht so gut gefallen wie die vorherigen. Die letzten beiden Strength-Releases dagegen waren super. Und somit ist derzeit Grit Strength mein großer Favorit. Zu Beginn mochte ich Strength gar nicht, weil ich mir so schwach vorkam und nie viel geschafft habe, mittlerweile stemme ich auch mal locker ein Drittel meines Körpergewichts. 

Ein paar Eindrücke vom Training, ein paar Meinungen der Trainer, alles unterlegt mit motivierender Musik...

Wer also Herausforderungen mag, sollte Grit unbedingt ausprobieren. Ich persönlich hoffe inständigst, dass Superfit, mein derzeitiges Fitnessstudio in Berlin, auch bald Grit Strength mit ins Programm aufnimmt, einfach weil das etwas ganz anderes ist als Body Pump und den Körper ganz anders trainiert. Ich weiß gar nicht mehr, was ich ohne Grit Strength machen soll, da muss ich dann wohl vielleicht doch eine Trainerlizenz für Grit machen, damit ich dann die neuesten Releases auf der Fläche für mich machen kann? Denn wie gesagt, dieselben Fortschritte habe ich in keinem anderen Programm und auch für mich selbst im Studiobereich bisher nicht gemacht.

Grit ist kein Zuckerschlecken und man muss verrückt sein, um sich das anzutun. Aber wenn man einmal Blut leckt...

Kommen wir nun zur zweiten Frage: Was sind denn Grit Summer Games? 
Ein neues Konzept. Prinzipiell handelt es sich hierbei um einen Grit-Wettbewerb. Dieser Wettbewerb funktioniert so, dass es einen Parcours gibt, auf dem sich 9 Stationen befinden, an denen jeweils eine Übung aus einem der drei Grit-Teilbereiche absolviert wird. Diese Übung macht man 45 Sekunden, dann hat man 15 Sekunden, um zur nächsten Station zu gelangen. Die drei Kandidaten mit den meisten Wiederholungen nach der kompletten Runde kommen ins Finale, über dessen Natur noch nichts bekannt gegeben wurde. Die Übungen werden erst beim Wettkampf bekannt gegeben und dementsprechend kann sich niemand gezielt vorbereiten. Alles was bleibt, ist abzuwarten und nervös auf den Fingernägeln zu kauen, denn: Worauf habe ich mich da eingelassen? 

Aber im Ernst, ich bin ein enormer Fan von Les Mills Grit und deswegen ist das für mich auch ein passender Abschluss für meine Zeit bei Gogo. Viele der Grit-Trainer sind mittlerweile gute Freunde und Bekannte geworden und es wird mir schwerfallen, die alle in Finnland zurückzulassen. Auf der anderen Seite, ich weiß immer, wo sie sind und kann sie besuchen kommen und mich von ihnen quälen lassen, wenn ich nach Finnland komme. Dann bleibt mir jetzt nur noch eins am Ende: Liebes Superfit-Team, ich bettle selten, aber könnt ihr bitte,bitte,bitte Grit Strength in euer Programm mit aufnehmen?