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Sunday, 15 November 2015

Ruhe ist wichtig

Letzte Woche habe ich mit einem neuen Projekt begonnen, das ich auf den Namen "back to bantam" getauft habe. Eigentlich habe ich damit schon am 1.11. begonnen, aber eine Erkältung machte es mir unmöglich, gleich voll einzusteigen.
Was das Projekt beinhaltet? Eine Ernährungsumstellung unter der Anleitung meines Haupttrainers, der auch Ernährungsberater ist. Prinzipiell ist diese Umstellung ganz einfach: den "weißen Tod" vermeiden. Der weiße Tod, das sind weißes Weizenmehl, weißer Zucker und gesättigte Fettsäuren. Auch rotes Fleisch soll ich künftig meiden. So weit, so gut. Aber das ganze ist schwerer umzusetzen, als es auf den ersten Blick klingt, besonders wenn die Freundin meines Vaters gerne bäckt und mein Vater gern Brot und Schokolade kauft. Aber es geht. Ab und zu esse ich ein kleines Stück Schokolade, aber das war es auch. Keine Süßigkeitenorgien, keine Fertignahrung. Manchmal ist das umständlich, manchmal will man nicht, aber es geht ja hierbei um ein sinnvolles Ziel: das Erreichen einer für mich geeigneteren Gewichtsklasse beim MMA und JiuJitsu.
Ach ja, und gesünder ist es angeblich auch.

Der zweite Teil des Projektes umfasst Sport. Habe ich schon vorher viel gemacht. Jetzt geht es darum, mit System Sport zu betreiben. Das bedeutet mit höherer Intensität sowohl Cardio für die Grundfitness als auch Muskelaufbau und HIIT-Training für die Steigerung des Fitnesslevels und des Lungenvolumens, der Leistung etc. Diese Woche war ich deswegen Montag beim BodyAttack (nachmittags auf Arbeit), Dienstag beim athletischen BodyStep und Body Pump (nachmittags wieder auf Arbeit), Mittwoch morgens beim Crossfit, nachmittags beim Rollen und Techniktraining im BJJ. Donnerstag war ich beim Body Combat und MMA-Training, und Freitag meinte mein Körper, es wäre genug für diese Woche gewesen. Mir war schlecht, mein Puls sprang jedes mal in die Höhe, wenn ich aufstand und mir wurde schnell schwindlig. So habe ich Freitag und Samstag zum Ausruhen genutzt. Heute war ich dann wieder beim Combat.

Und deswegen ist Ruhe wichtig; gerade wenn man intensiv und auf hohem Level, mit hoher körperlicher Belastung wie z.B. beim Sparring trainiert, ist es wichtig, dem Körper Zeit zu geben, sich anzupassen, sich zu entwickeln und Muskeln und Sehnen zu stärken. Muskeln wachsen nicht beim Training, sondern in den Ruhephasen. Deswegen ist man so verletzungsanfällig, wenn man übertrainiert. Auch der schnell hochschnellende Puls ist ein Zeichen von zu viel zu hartem Training ohne Pause. Jetzt geht es mir schon besser, aber ich werde in Zukunft definitiv auch Ruhetage besser in mein Program integrieren. Heute Nacht habe ich mal eben 12h am Stück geschlafen. Mein Dad meinte, er habe irgendwann mal in mein Zimmer geguckt, um zu sehen, ob ich noch lebe oder da bin, aber ich hätte wohl tief und fest geschlafen. Aber wie heißt es so schön: "Dann hats der Körper wohl gebraucht."

Dementsprechend jetzt die Dreifaltigkeit aus Ernährung, Sport und Ruhephasen. Mal sehen, was passiert, am 1.11. wog ich 68,5kg, letzten Montag waren es 66,5. Schauen wir mal, ob das nur Wasser war oder ich tatsächlich abgenommen habe.

Friday, 31 July 2015

Von der Sofakartoffel zur Sportskanone (oder so ähnlich)

Ein Leben ohne Sport kann ich mir nicht mehr vorstellen. 

Stöhnen, Ächzen, genervtes Augenrollen. Wie oft hört man diesen Satz von Prominenten und Halb-Prominenten, Freunden, die gerade eine neue Fitnessstudiomitgliedschaft angetreten haben und anderen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Leute, die zu dick sind oder allen erzählen, dass sie zu dick sind und die sich den Sport schön reden möchten. Aber bitte, gebt mir einen Moment Zeit, meine Aussage zu erklären und zu sagen, was dahinter steckt. 

Mein Motto als Teenager war "Sport ist Mord, Teamsport ist Massenmord, Volkssport ist Völkermord und der ist laut den Genfer Konventionen verboten". Ich habe Sport abgrundtief gehasst. In der Schule war Sport zumeist mein schlechtestes Fach und ich hatte keinen Spaß an den meisten Aktivitäten im Unterricht. Ich war ein pummeliger Teenager, noch nicht wirklich dick, aber auf dem besten Weg dorthin. Dass ich nicht aus allen Nähten platzte, hatte ich meinen Eltern zu verdanken, die nicht bereit waren, mir eine Monatskarte für die Öffentlichen zu sponsorn und mir statt dessen nahe legten, zur Schule zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren. 

Ich als Teenager

Aber mit der Pubertät kam das Interesse an Jungs und das hieß, man wollte gut aussehen. Und schnell stellte ich fest, dass Jungs "fette Mädchen" nicht mochten. Als ich einmal ein Crop Top zur Schule trug (ich bin in den 90er Jahren zur Schule gegangen, seht es mir nach), durfte ich mir fiese Kommentare meiner Mitschüler anhören, dabei war ich nicht mal wirklich dick. Ich sah halt nur nicht aus wie Cindy Crawford oder die damals schon bekannte Kate Moss.
Und somit verlor ich meine Unschuld im Bereich Body Image und wurde in einem vielen Mädchen allzubekannten Ritus, dem Lästern und Hänseln, in den Kreis der ewig Abnehmenden initiiert. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke merke ich erst, wie brutal das Leben eines jungen Mädchens im Schulalltag eigentlich ist; man muss die richtigen Marken tragen und die richtige Größe haben, man muss sich für bestimmte Zeitschriften und Jungs interessieren, um zur In-Clique zu gehören. Ich hoffe, dass es für die Mädchen heutztage besser ist, ich befürchte allerdings, dass es dank apps wie Instagram und den sozialen Medien an sich eher schlimmer geworden ist. Wenn ich mir die Instagram-Feeds junger Mädchen (und auch Jungs) ansehe, wird mir ganz anders und ich bin erleichtert, dass ich den Picture Perfect -Druck in meiner Kindheit nicht hatte. 

Zu Abiturzeiten

Ich fing an zu joggen. Und hörte wieder damit auf. Wieder fing ich an zu joggen und wieder hörte ich damit auf. Schulsport begeisterte mich auch nicht sehr. Jazz Dance war als Mensch mit zwei linken Füßen nichts für mich und Völkerball mochte ich auch nicht. Leichtathletik war zwar okay, ich mochte besonders Weitsprung, aber nicht interessant genug, um mich bei der Stange zu halten. Für Teamsport war ich nicht zu begeistern, da ich eher sensibel bin und mit dem rauen Ton in einem Team nicht immer klar komme (und ich mache MMA, klingt komisch, oder?), somit fielen Basketball, Handball, Volleyball und Fußball weg, die mir zwar an sich Spaß machten, aber wo ich nicht genügend Durchsetzungsvermögen hatte, mein Können zu beweisen oder einfach mal "Hier!" zu schreien, wenn jemand passen wollte. 

Dann zog ich nach Greifswald, um zu studieren. Genauergesagt ins Nirgendwo bei Greifswald, einen Ort namens Mesekenhagen, 7km von Greifswald entfernt. Ich fuhr also jeden Tag 14km Fahrrad zur und von der Uni. Und ich fing wieder mit dem Laufen an. Und hörte wieder auf. 

Nach dem Umzug nach Tampere

Dann zog ich 2008 nach Tampere. Es gibt viele Stereotypen über die Finnen und einer von denen ist, dass die Finnen ein sehr fitnessorientiertes Völkchen sind. Und was kann ich sagen, es stimmt. An der Uni gab es ein unieigenes Fitnessstudio, in dem auch Sportkurse angeboten wurden und so begann es. Meine beste Freundin und ich meldeten uns für einen Kurs im Fitnessboxen an und gingen auch regelmäßig zu einem Balletone-Kurs (Toning mit Ballettbewegungen). Ab und zu fand man uns auch in dem einen oder anderen Aerobic-Kurs. Nachdem wir einen Job gefunden hatten, meldeten wir uns beide im Januar 2010 in einem örtlichen Fitnessstudio an. Und seitdem bin ich aus dem Fitnessstudio kaum mehr wegzudenken. Die ersten zwei Monate gingen etwas träge, aber dann hatte ich ein Gespräch mit einem Personal Trainer und der schlug mir vor eine Body Combat -Stunde auszuprobieren. Ich tat wie mir geheißen wurde und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Ich habe schon einmal über meine erste Body Combat -Erfahrung geschrieben und will mich nicht wiederholen, aber kurz gesagt, ich war begeistert und ging von da an zu jedem Combat-Kurs, der verfügbar war. Dann probierte ich weitere Kurse wie Pump, Balance, Jam, Step aus, einige mochte ich mehr, andere weniger. Aber die meisten machten mir auf die eine oder andere Art und Weise Spaß. 
Anfangstage im Fitnessstudio

Im Januar 2011 machte ich dann selbst die Schulung zum Body Combat Instructor und für ein Jahr gab ich selbst auch Body Combat Stunden. Danach trainierte ich eine Gruppe von Männern über 50. Und begann mit Thaiboxen. Und von dort kam ich zum MMA. 
Dann führte Les Mills eine neue Art der Gruppenfitness ein - die Grit-Serie mit Strength, Plyo und Cardio. Heutzutage gehören Grit Plyo und Strength, Body Combat, Body Pump, Balance und natürlich MMA zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Was sie alle gemein haben? 
Sie haben nichts mit Schulsport zu tun. Hätte man mir in der Schule den Umgang mit Gewichten und die Nutzung eines Kraftraumes erklärt, wäre ich vielleicht damals schon sportlicher gewesen. Hätten wir in der Schule Kampfsportarten gehabt, hätte ich sicher mehr Spaß am Sportunterricht gehabt. Sicherlich fehlen den Schulen dafür die Mittel, aber ein vielfältigeres Angebot an unterschiedlichen Sportarten wäre mit Sicherheit von Vorteil. 


Januar 2013, vor MMA&GRIT und November 2013, nach MMA&GRIT

Denn wie man sich für Sport begeistern kann, ist im Endeffekt extrem simpel: man muss eine Sportart finden, für die man sich begeistern kann und in der man Erfolgserlebnisse hat. Und das ist nun mal für manche Menschen nicht Völkerball, manchmal muss man etwas länger suchen. Ich selbst habe mich durch Tanzkurse geboxt, Boxkurse getänzelt, war Cheerleader, habe Poledancing ausprobiert, habe an Geräten und mit freien Gewichten gearbeitet, bin gelaufen und Fahrrad gefahren, ehe ich beim Thaiboxen und MMA gelandet bin. Und dann darüber HIIT-Trainings wie z.B. Grit kennengelernt habe.  
Zudem braucht man motivierte Trainer, die selbst Spaß an der Sportart haben und ihren eigenen Enthusiasmus vermitteln können.
Deswegen, auch wenn ihr erwachsen seid und meint, es gäbe keinen Sport dort draußen, der euch jemals interessieren könnte: schaut euch um. Sport ist vielfältig und heißt nicht immer Joggen. Auch wenn ich meinen Frieden mit dem Joggen gemacht habe und ab und zu Laufen gehe, weil ich Lust darauf habe. Seit ich nicht mehr nur laufe, um mich fit zu halten, ist der Zwang weggefallen und das Laufen macht mir wieder Spaß. Denn das ist der letzte Schlüssel: zwingt euch zu nichts.
Wenn ihr wirklich keine Lust auf etwas habt, dann tut es nicht. Wenn ihr noch in der Probierphase seid, dann gebt dem Ganzen drei Anläufe. Nach drei Mal kann man recht gut abschätzen, ob etwas einem wirklich keinen Spaß macht, oder man einfach gerade keine Lust hat oder einfach Angst hat nicht gut genug zu sein.

2015


Friday, 24 July 2015

Dance your ass off - wortwörtlich

Vorne weg, ich bin keine große Tänzerin. Mit drei wollte ich reiten lernen und nicht Ballett und als es um die Wahl eines sportlichen Hobbys ging, gewann der Kampfsport haushoch gegen Hip Hop Tanzstunden. Mit Salsa, Walzer und klassischem Tanz ist bei mir im Übrigen gar nichts zu holen. 

Worüber ich aber eigentlich schreiben möchte, ist dass Tanzen eine großartige Möglichkeit ist, sich fit zu halten, seine Koordination, Körperkontrolle und Balance zu entwickeln und auch um abzunehmen. Das Phänomen Zumba kam nicht von ungefähr. Zuerst einmal ist Tanzen ungeheuer praktisch, da man keinerlei Geräte oder Zubehör braucht. Man kann überall tanzen, wo man ein genug Platz hat sich zu bewegen und prinzipiell kann jeder tanzen. Gut, ich bin ein gutes Beispiel, dass nicht jeder gut oder grazil tanzen kann, aber jeder kann tanzen. Aber gibt so ungeheuer viele Variationen des Themas Tanz, dass mit Sicherheit jeder etwas findet, das ihm gefällt. Ob das nun Schuhplattler oder Ballett, Hip Hop oder Tango ist. 

Julianne Hough sagte in ihrem Women's Health Interview (US WH June 2015): "Die Art auf die man sich bewegt, hat eine direkte Wirkung darauf, wie man sich fühlt. Ich liebe meinen Körper am meisten, wenn ich tanze. Beim Tanzen muss man im Augenblick sein. Das ist dieselbe Art von Meditation wie beim Yoga. Nur fröhlicher."

Julianne Hough in Footloose. Beweis genug, dass man sich mit Tanzen fit halten kann. 

Ich selbst bringe wie schon gesagt nicht so viel Erfahrung im Bereich des Showtanzes und klassischen Tanzes mit, sondern habe mich stets mehr auf der Fitness-Seite des Tanzens bewegt, weswegen ich mich in diesem Post auch darauf konzentrieren werde. 

Angefangen hat alles mit Body Jam, einem Les Mills Tanzworkout, das ich lange Zeit nur von außen bewundert habe, bis ich mich entschloss, es selbst auszuprobieren. Body Jam ist für Einsteiger super geeignet, da die Choreographien verhältnismäßig einfach sind und mehr auf Spaß und Bewegung als auf perfekte Ausführung geachtet wird. Ich glaube - auch wenn ich es nicht mit letzter Sicherheit sagen kann, da ich mich selbst immer gegen eine Teilnahme geweigert habe - dass Zumba dieselben Vorteile hat. Body Jam hingegen hat noch einen weiteren Bonus: und zwar gibt es zwei oder drei Hauptchoreographien, die sich über mehrere Songs erstrecken und einem bestimmten Genre zugehörig sind. Im aktuellen Release sind das House, Funk und Jam, aus denen der Instructor dann je nachdem was ihm oder dem Kurs gefällt, zwei heraussuchen kann. Das Gute daran? Man kann ein Gefühl für den jeweiligen Musik- und Tanzstil entwickeln und sagen, ob die einem liegen. So konnte ich z.B. für mich alles lateinamerikanische ausschließen, weil meine Hüfte und mein Hintern nicht locker genug sind. Ich bin etwas zu steif für wildes Hüftschwingen. Dafür habe ich gemerkt, dass ich mit Hip Hop recht gut klar komme und das auch recht gern tanze. So kann man, wenn man feststellt, dass man gern mehr in dieser Richtung machen würde, gleich sagen in welche Richtung man gerne gehen würde. 



Heutzutage hat Les Mills auch noch ein zweites Tanzprogramm, Sh'Bam, das noch einfacher ist als Body Jam, weil die Choreographien bzw. Schrittfolgen schnell zu erlernen sind. Schon am Ende der Stunde (die nur 45min. dauert) hat man ein paar neue Tanzschritte für den nächsten Clubabend gelernt. 

Weil eine Freundin von mir damit angefangen hat und ich es eh schon lange ausprobieren wollte, habe ich im Sommer 2013 auch mit PoleDancing angefangen. PoleDancing klingt zwar verrucht, ist aber in der Basisvariante viel mehr eine technisches und schweißtreibende Angelegenheit als man zuerst denken würde. Die Grundlagen hat man in drei oder vier Stunden gelernt, aber dann kommen die Tricks und Kniffe, Invertpositionen (kopfüber von der Stange hängen) und Hebefiguren (wenn man das auf Deutsch so nennen kann), Drehungen, etc. Der Fitnessfaktor ist größer als man denken würde; nach meiner ersten Polestunde war ich komplett durchgeschwitzt und meine Arme haben gezittert. Schon nach wenigen Stunden merkt man, wie die Armmuskulatur stärker wird und auch Bauch- und Rückenmuskulatur sich entwickeln. Außerdem macht PoleDancing wirklich Spaß, weil man immer wieder kleinere Erfolgserlebnisse hat, wenn man eine neue Figur meistert. Der einzige Nachteil dabei ist, dass die Hände schnell Schwielen entwickeln (auf der anderen Seite gut, dann tut es nicht mehr so weh) und dass man oft mit blauen Flecken auf den Innenschenkeln und den Schienbeinen nach Hause trabt. Aber auch an die blauen Flecken gewöhnt sich der Körper und irgendwann bekommt man diese nicht mehr ganz so schnell. 

Dann habe ich auch noch einen Hip Hop-Kurs besucht, wo wir Stunde für Stunde an einer Choreo gearbeitet haben und jede Stunde etwas Neues addiert haben. Das Ganze war zwar an sich sehr unterhaltsam und auch fitnesstechnisch effektiv, aber der Kurs hat regelmäßige Teilnahme erfordert, die ich zu dem Zeitpunkt leider nicht garantieren konnte. Sollte ein regelmäßiger Trainingsplan kein Problem darstellen, kann man hier extrem viel lernen und auch irgendwann ganze Choreos vor Publikum vorführen, wenn man das denn möchte. 

Die letzte Form von Tanz, im weitesten Sinne, die ich gemacht habe, war Cheerleading. Genau wie PoleDancing hat jeder gleich ein Bild im Kopf, kurze Röcke und aufgeregt herumhüpfende Mädels. Die Realität sieht anders aus: unsere Truppe hat 3-4 Mal die Woche 1,5 Stunden lang trainiert. Cheerleading ist, im Gegensatz zu allen Vorurteilen, ein Sport. Man hebt und wirft, fängt und trägt seine Teamkollegen, man baut Pyramiden und springt aus dem Stand in bestimmte Figuren. All das muss geübt werden. Auch die Verletzungsgefahr ist hier hoch, denn wenn ein Pointer oder jemand in der Bodenmannschaft schläft, kann es schon mal sein, dass ein Flyer ( das Mädchen, das in die Luft geworfen wird, dort Figuren macht etc.) auf dem Boden oder gar jemand anderem im Nacken landet. Beim Cheerleading kann es zu tödlichen Verletzungen kommen, wenn jemand schlampt, und deswegen ist es wichtig, dass das Team von Anfang an lernt, zusammen zu arbeiten und auf Sicherheit zu achten. Neue Stunts werden nie ohne Spotter einstudiert. 
Vorteile beim Cheerleading sind Akrobatikelemente, die man sonst nicht unbedingt lernt, Beweglichkeit, Fitness und auch Muskelaufbau, denn ein gutes Cheerteam hat Ausdauer und braucht Kraft für die Stunts und auch die Sprünge. Einige der härtesten Muskelaufbauübungen habe ich beim Cheerleading machen müssen.

Cheerleading. Hinter jeder Pyramide stecken Stunden an Training. 

Wenn man sich also fit halten möchte, das Ganze aber eher auf unterhaltsame Art und Weise, dann ist Tanzen genau das Richtige. Ich habe in diesem Post meine Erfahrungen absichtlich von Spaß zu Sport geordnet, aber jeder findet mit Sicherheit eine Nische in der er (oder sie) sich wohlfühlt und Spaß hat, wenn man sich nur genug umsieht. Also, Musik an, tanzen, happy sein. 

Friday, 8 May 2015

Body Combat - Sei dein eigener Actionheld

Nachdem ich vor ein paar Post schon das Les Mills- Konzept und seine Vorteile vorgstellt habe, dachte ich, dass ich euch auch die einzelnen Programme näher bringen kann, da jedes Programm seine eigenen Stärken und Schwerpunkte hat und die verschiedenen Les Mills-Programme sehr unterschiedlich sind. 

Dan Cohen, Programmdirektor von BodyCombat

Das erste Programm in dieser Reihe ist BODYCOMBAT™ , und die Gründe hierfür sind sehr persönlich.
Ich war schon immer eine Couchkartoffel und habe mich nie sehr um Sport und Fitness geschert. Bis ich irgendwann genug davon hatte mit jedem Jahr einen Jahresring zuzulegen. Also trat ich im Januar 2010 einem Fitnessstudio bei, in dem ich mich bis heute sehr zuhause fühle. Viele der Trainer dort zähle ich zu meinen Freunden und immer wenn ich das Studio - oder eines der Studios - betrete, fühle ich mich, als käme ich heim. 
Im Januar 2010 war das alles anders. Ich fühlte mich unsicher und wusste nicht, was ich tun sollte. Zum Glück bekommt man bei meinem Fitnessstudio ein kostenloses Treffen mit einem Personal Trainer, wenn man beitritt. Dieser schaute sich meine Fitness an sich und meine speziellen Problemzonen und -übungen an und sagte mir dann, was ich tun sollte. An sich habe ich viel gelernt, er sagte mir aber auch auf den Kopf zu, dass ich an meiner cardiovaskulären Fitness und meiner Balance bei seitlichen Bewegungen arbeiten müsse (seitiche Ausfallschritte etc.). Er empfahl mir deswegen an den Gruppenfitnessstunden teilzunehmen und sagte, dass sich für mich insbesondere Body Combat sehr gut eignen würde, weil ich dort als Anfänger leichter mitkäme als bei Body Attack z.B., das Programm aber anspruchsvoller sei als die Tanzworkouts, die sie anbieten (damals gab es noch kein Zumba, könnt ihr euch das vorstellen?)

Und so fand ich mich eines Samstagsmorgens in meinem neuen Fitnessstudio wieder und wartete auf den Beginn der Body Combat-Stunde. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Samstagsstunde irgendwann zu meinen Stammklassen gehören sollte. 

Statement genug, oder?

Body Combat ist ein intensives bis hochintensives Workout, das von Martial Arts inspiriert ist und Bewegungen aus unterschiedlichen Kampfsportdisziplinen wie Karate, Boxen, Kickboxen, Capoeira und vielen mehr integriert. Einige dieser Bewegungen sind original, andere vereinfacht und die ganze Stunde ist als Schattenboxen ausgelegt, es gibt also keinerlei Kontakt. Body Combat ist kein Kontaktsport, sondern nur ein kampfsportinspiriertes Workout. Um an einer Stunde teilzunehmen braucht ihr keine Kampfsporterfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse und auch für Anfänger ist Body Combat super geeignet, weil es verschiedene Varianten der besonders fordernden Moves gibt und der Trainer oft sagt, wenn es eine einfacherer Alternative gibt. Es hilft dem Trainer also ungemein, wenn ihr ihm vor der Stunde sagt, dass ihr noch nie an einer Body Combat-Stunde teilgenommen habt, weil er euch dann besser instruieren und helfen kann. 
In einer Body Combat-Stunde könnt ihr so richtig "die Sau rauslassen" bzw. in diesem Fall euren inneren Kampfsportler. Ihr könnt euch vorstellen, ihr stündet mit Vitali Klitschko im Ring oder wärt als Lara Croft dabei einer Gruppe von Männern zu zeigen, was eine Harke ist. Eurer Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Dabei verbrennt ihr in einer Stunde zwischen 400-750kcal. Les Mills gibt Body Combat mit 740kcal im aktuellen Programm an, aber nach meiner persönlichen Erfahrung und nach dem, was ich von anderen gehört habe liegt der Rahmen für Frauen eher bei 500-600kcal, aber das hängt ganz von persönlichen Faktoren ab, wie intensiv ihr mitmacht, wie euer Metabolismus reagiert, wie schwer ihr seid etc. Diese Kalorienangaben beziehen sich natürlich auch auf die 55-minütige Version, es gibt Body Combat aber auch als 45 oder 30 Minuten Workout.

Mit Body Combat kommt ihr schnell in Form, ihr entwickelt euer Koordinationsvermögen und könnt aufgebauten Stress abbauen. Sogar physisch. Body Combat hilft - durch die Aktivierung der oberen Rückenmuskulatur - auch beim Lösen von Verspannungen in der Schulter-Nacken-Partie. Außerdem könnt ihr lernen, wie man tritt, Schläge blockt und kraftvoll zuschlägt. Auch die Bauch- und Rückenmuskulatur wird stark gefordert, dementsprechend verbessert sich die Haltung auch im Alltag. Und ein weiterer Bonus ist, dass Body Combat Selbstbewusstsein vermittelt und Spaß macht. 
Anfängern wird empfohlen 1-2 Mal die Woche an einer Stunde teilzunehmen, 2-3 Mal wird für optimale und sichtbare Ergebnisse geraten. 

Eine typische Body Combat-Stunde dieser Tage startet mit einem schnellen und intensiven Warm-up, in dem alle wichtigen Grundbewegungen gezeigt und erklärt werden. Darauf folgt der erste Combat-Track, der eine Kombination aus Tritten und Schlägen ist. Track 3 ist der erste Power-Track, während dessen ihr ein richtiges Boxfeeling bekommt und gleichzeitig euren Puls anhebt. Track 4 war früher der zweite Combat-Track, in der Neufindungsphase wurde daraus aber ein Martial Arts-Conditioning-Track mit Tritten und Übungen für Core und Oberkörper. Track 5 ist der zweite Power-Track und im neuen Release ist das wortwörtlich zu nehmen, da der Track ein einziges HIIT - High-intensity Interval Training - ist, euer Puls geht also zur Decke und durch. Track 6 war früher ein Feelgood-Track mit Katas aus dem Karate und toller Musik, dieser Tage ist Track 6 aber Capoeira und Beintraining, pure Folter, wenn ihr mich fragt, aber ich bin wirklich kein Fan von Ausfallschritten und Ausfallschritt-Wechselsprüngen. Sehr schmerzhaft, aber sehr effektiv (keine Angst, auch hier gibt es leichtere Versionen). Track 7 ist Muay Thai, also Thaiboxen. Normalerweise sind die Muay Thai-Tracks die aggressivsten und schnellsten Tracks der Releases und gehören zu den Lieblingstracks der meisten Trainer und Teilnehmer, ein schlechter Muay Thai-Track kann einem ein ganzes Release vermiesen. Mir zumindest. Zum Glück kommt das nur selten vor. Track 8 ist der letzte Power-Track, Track 9 Core Conditioning und in Track 10 wird gedehnt. Alles in allem ein gut durchdachtes und rundes Programm und bisher habe ich eigentlich niemanden gehört, der das neue System schlecht findet. Die meisten zeigen sich begeistert. 

Rachel Newsham, Programmdirektorin für BodyCombat

Aber wie ging es eigentlich mit mir in meiner ersten Combat-Stunde weiter? 
Es war Release 43 und ich war von Anfang an begeistert. Ich hatte schon als Kind Karate oder Taekwondo lernen wollen, aber meine Eltern fanden das zu gefährlich. Body Combat war also voll mein Ding. Und dann kam Track 6, wie ich sagte, seinerzeit ein Feelgood-Track. In Programm 43 war es Pirates of the Carribean und ich erinnere mich, wie ich eine Gänsehaut bekam und dachte: "Das ist es, das ist mein Ding." 
Danach war ich nicht zu stoppen, ich ging zu Combat-Klassen wann immer ich Zeit hatte (und vernachlässigte ein wenig die Vielseitigkeit, die man eigentlich in sein Fitnessregime einbringen soll). Doch dabei blieb es nicht. Im Januar 2011 nahm ich selbst am Basiskurs teil und wurde Combat-Trainer. Ein Jahr lang habe ich das gemacht, dann kam das reale Leben dazwischen. Allerdings brachte das reale Leben eine Überraschung mit sich: im Februar 2012 begann ich mit Muay Thai, das ich dann im September 2013 gegen MMA eintauschte. Mittlerweile habe ich sogar einige Grapplingturniere hinter mir und sogar schon Matches gewonnen, mein erster MMA-Kampf sollte dieses Frühjahr stattfinden, aus Mangel an Teilnehmern in meiner Gewichtsklasse wurde daraus aber leider nichts und jetzt ist Sommer, also Wettkampfpause. Wir werden also im Herbst weitersehen.

Yep, das bin ich, die ehemalige Couchkartoffel

Aber was ihr daran sehen könnt: mein Kindheitstraum von einer "Karriere" als Kampfsportler hat sich erfüllt. Ich bin - auch dank Body Combat - von einer Couchkartoffel zu einer aktiven Kampfsportlerin geworden, weil ich durch Body Combat Blut geleckt habe. Ich will damit nicht sagen, dass das jedem passiert, es gibt genug Teilnehmer, die niemals ein Dojo betreten, aber ich will sagen, dass diese Klasse inspirieren und motivieren kann. Einer der früheren Slogans von Les Mills war "FitnessMagic" und für mich ist es genau das, was Body Combat seinerzeit in mir geweckt hat. 

Probiert es also aus, Body Combat ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber Les Mills hat auch noch sehr viel mehr zu bieten. 
Wenn ihr mehr über Body Combat erfahren wollt, schaut auf der LesMills-Homepage nach, dort gibt es auch tolle Videos zu dem Thema. Als nächstes in dieser Reihe ist GRIT. 

Habt Spaß!
-K