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Tuesday, 28 July 2015

Antman - Hilfe, ich habe mich selbst geschrumpft

Ich habe mir letzten Donnerstag Marvels Antman angesehen, obwohl ich viel Schlechtes über den Film gehört habe und auch sonst nicht viel über die Figur an sich wusste. Der Grund dafür? Die zweite versteckte Szene nach dem kompletten Abspann. Mehr werde ich hierzu nicht sagen, da manche Leute sich dadurch für Civil War gespoilert fühlen könnten. Ach ja und... Paul Rudd. 

Und der war auch mit das Sehenswerteste an dem ganzen Film; dazu muss ich aber etwas weiter ausholen, den am Kostümdepartment liegt das nicht. Ich kenne - und bewundere - Paul Rudd seit Clueless. Das bedeutet 20 Jahre, denn der Film hatte 1995 seine Premiere. Seit Clueless habe ich Paul Rudd eigentlich hauptsächlich in einer einzigen Rolle gesehen: der des leicht verplanten Love Interests/Verlobten/whatever, leicht verplant halt. Ein bisschen wie der amerikanische Hugh Grant, nur in sarkastischer und ohne Prostituierten-Skandal. Ich fand Paul Rudd also immer irgendwie knuffig. Süß. Der Typ, den man süß findet, aber nicht so ganz ernst nehmen kann. 
Nicht so in Antman. Hier ist er zwar auch zeitweilig verplant, aber seine Actionszenen und vor allem diese Szene: 

machten ihn mit einem Mal sexy? Antman hat mich in dieser Hinsicht sehr verwirrt, denn der knuffige, irgendwie süße und lustige Paul Rudd bekam mit einem Mal auch das Attribut "sexy" zu geschrieben. 

Aber gehen wir von meinem Teeni-Crush zurück zu eigentlichen Film: Die Story war ziemlich uninspiriert; Bösewicht hat Technologie, die in den falschen Händen verheerende Folgen haben könnte, der alternde Superheld (gespielt von Michael Douglas) muss eine neue Generation heranziehen, die an seiner Statt die Welt oder zumindest den Weltfrieden retten kann. Auftritt der sympatische Antiheld, der gerade aus dem Knast entlassen wurde, wo er wegen Einbruchs gesessen hat (Rudd). Der Antiheld möchte im Leben seiner Tochter eine Rolle spielen, aber seine Ex-Freundin und deren neuer Mann (ein Polizist) wollen zuerst Beweise, dass er rehabilitiert ist (verständlicherweise, meineserachtens). Die Tochter des alternden Superhelden (Evangeline Lilly aus Lost) würde gern selbst die Welt retten, darf aber nicht, weil ihr Vater Angst um ihr Wohlergehen hat. Am Ende raufen sich aber alle zusammen (inklusive einer Gruppe "exotischer" Kleinkrimineller für die Komik) und retten mithilfe einer Technik, die Menschen auf Ameisengröße schrumpfen und mit Ameisen kommunizieren lässt, die Welt. Ich hoffe durch diese Aussage fühlt sich niemand gespoilert, aber Actionfilme gehen ja meistens gut aus und "Antman" spricht ja schon für Ameisen.

Stellenweise ist die Handlung vorhersehbar, was den Film aber trotzdem nicht seinen Charme verlieren lässt, denn irgendwie plätschert er sehr angenehm vor sich hin (und es ist angenehm einen Marvelfilm zu haben, der unter 2 Stunden dauert). Antman ist mit Sicherheit kein Oscarkandidat, aber doch ein netter Film. Nicht immer muss ein Film kritische Ansprüche erfüllen oder besonders tiefgehend sein, manchmal reicht es, wenn er unterhält. Und das tut Antman mit seinem Humor, den Ameisen, deren Darstellung mir gefallen hat, nett anzusehenden und glaubwürdigen Darstellern und skurilen Charakteren. Allein die Idee eines ameisengroßen Superhelden ist so absurd, dass sie schon wieder unterhaltsam ist. Aber die visuellen Effekte, die das mit sich bringt, sind qualitativ hochwertig und sehenswert, wie man es bei einem Marvelfilm erwarten kann. 
Was den Film allerdings etwas hervorstechen lässt in einer Schwemme von Superhelden-Filmen, ist die Tatsache, dass der Held ein (recht) normaler Typ ist, der zu Beginn von Martial Arts keine Ahnung hat. Außerdem ist der Film sich seines absurden Helden und der Tatsache, wie albern das Ganze eigentlich ist, völlig bewusst und nutzt das zu seinen Gunsten, um Komik zu erzeugen. Und darin liegt die Stärke des Films. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst, sondern soll einfach nur lustig sein und eben unterhalten. Auch Hinweise und Seitenhiebe auf andere Filme innerhalb des MCU (Marvel Cinematic Universe) sind massenhaft zu finden.

Alles in allem ist der Film empfehlenswert für einen netten Nachmittag oder Abend im Kino, wenn man dem Alltag einen Moment entfliehen möchte. Vier von fünf Ameisen.


Tuesday, 28 April 2015

Welcome To Night Vale - Podcast-Serie

Neben der Arbeit habe ich oft Zeit, mir Gedanken über alles und nichts zu machen, was an einigen Tagen sehr hilfreich ist, z.B. wenn man gerade an einer Masterarbeit schreibt, und an anderen nicht wünschenswert, weil man es in seinem eigenen Kopf nicht aushält. Für die zweitere Art von Tagen habe ich eine Lösung gefunden: Audio-Bücher. 

So habe ich neben der Arbeit gleichzeitig Dan Brown Bücher oder "Beautiful Creatures" gehört. Der einzige Nachteil in meinem Fall ist, dass ich die Bücher immer erst teilweise auf mein Handy, das mir auch als mp3-Player dient, übertragen muss, was an manchen Tagen einfach zuviel Aufwand ist. Deswegen habe ich begonnen, mich für Podcasts zu interessieren und bin dabei auf die Serie "Welcome To Night Vale" gestoßen, die mich mit ihrem absurden Humor und den wahnwitzigen Plots sofort begeistern konnte. Und damit bin ich nicht allein, WTNV wurde 2013 auf Platz 2 der Top Ten Podcasts auf iTunes gewählt und wurde im Juli des selben Jahres noch zum am häufigsten heruntergeladenen Podcast. 

Worum es geht? "Welcome To Night Vale" ist ein Podcast in Form einer Radionachrichtensendung vorgetragen von Cecil Gershwin Palmer (gesprochen von Cecil Baldwin), welche die Nachrichten der kleinen Wüstenstadt Night Vale sendet. Night Vale ist aber keine gewöhnliche Stadt, sondern in Night Vale sind alle Verschwörungstheorien war, Engel leben gemeinsam mit einer älteren Dame in einem Haus, weil diese ihnen Asyl bietet, der Star-Footballspieler der Highschool Mannschaft hat zwei Köpfe, die Bibliothek ist "nicht zu wissen", im Verbotenen Hundepark tummeln sich vermummte Gestalten und niemanden scheint es zu verwundern. 
Besonders faszinierend ist es, wie der Podcast Themen wie Rassismus auf abstrakte Weise aufgreift und behandelt, so dass man sich nicht direkt mit der Nase darauf gestoßen fühlt. So sind es in Night Vale nicht Farbige, die mit dem Problem zu kämpfen haben, sondern die Engel. Carlos, offenbar hispanischer Herkunft, ist nicht nur ein angesehener Wissenschaftler, sondern wird gleichzeitig noch vom Moderator Cecil angehimmelt, womit auch Homosexualität aufgegriffen und als völlig normal dargestellt wird. Nicht hervorgehoben und übertrieben positiv oder negativ präsentiert, sondern neutral erwähnt. Nun gut, neutral ist Ansichtssache, wenn man sich Cecils Kommentare über Carlos' wundervolle Haarpracht anhört. 
Der Wetterbericht ist ein Musikstück, vorgetragen von unabhängig gesignten Künstlern und der Musikstil wechselt ebenso wie der Künstler oder die Künstlerin jedes Mal.

Die Serie wurde 2012 von Joseph Fink und Jeffrey Cranor ins Leben gerufen, nachdem sie die Idee zu der Serie über die Wüstenstadt hatten, in der alle Verschwörungstheorien wahr sind und selbst unter der Bowlingbahn ein weiteres Volk lebt. "Welcome To Night Vale" ist kostenlos und erscheint üblicherweise an jedem 1. und 15. des Monats, 2013 und 2014 gab es sogar Live-Shows und 2015 soll ein Buch erscheinen, in dem neue und bisher unbekannte Seiten von Night Vale gezeigt werden sollen. Herausgeber des Podcasts ist Commonplace Books.
Night Vale ist hauptsächlich ein Podcast, aber man kann den Geschehnissen in der Stadt auch auf ihre Homepage, Twitter, und Facebook folgen. 

Interessiert? Hier sind die Links zu verschiedenen Podcast-Apps etc.
Night Vale on Podbay (Android-phones)